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Blindenpädagogen kritisieren Sparmaßnahmen bei Bildung

Dieter Feser mit Anzug und roter Krawatte

Verbandsvorsitzender Dieter Feser

Der Verband für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik hat Defizite bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland beklagt.

Um bessere Bildungschancen für blinde und sehbehinderte Menschen geht es von heute an bei einem fünftägigen Kongress in Chemnitz. Er wird vom deutschen Verband für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik (VBS) ausgerichtet und steht unter dem Motto „Vielfalt und Qualität“.

Rund 500 Erzieher und Pädagogen aus 15 Ländern werden erwartet. Sie wollen unter anderem beraten, wie Bildungseinrichtungen und deren Programme gestaltet sein müssen, damit Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Sehbeeinträchtigung gemeinsam lernen können. Bei den vier Symposien bis zum Freitag wird auch über die Lebenswelt von mehrfach behinderten Menschen gesprochen.

Gibt es bald nicht mehr ausreichend Blindenpädagogen?

Die gleichberechtigte Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen an Bildung und Ausbildung sei wegen verschiedener Sparmaßnahmen gefährdet, sagte Verbandsvorsitzender Dieter Feser heute in Chemnitz. Kürzungen gebe es unter anderem bei Lehrstühlen für Blindenpädagogik. Dabei verlange der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern, wie ihn die UN-Konvention vorsehe, eher mehr Fachpersonal.

Die Länder müssen au0erdem aus Sicht des Verbandes mehr Lehrer für blinde und sehbehinderte Jugendliche ausbilden. Wenn das nicht geschehe, werde das Ziel der Inklusion an den Schulen – einer völligen Gleichstellung von Schülern mit und ohne Behinderung – nicht erreicht, sagte Feser. Seinen Angaben zufolge werden bis 2020 bundesweit etwa 700 dieser Pädagogen aus dem Dienst ausscheiden. Jährlich verließen aber nur 50 bis 60 die Hochschulen.

(dapd/dpa)

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