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Blühende Landschaften für Behinderte in Nordrhein-Westfalen?

NRW will „soziales Gewissen der Bundesrepublik“ sein: Ministerpräsident Laschet verspricht (für irgendwann) viel, viel Inklusion.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) spricht im Capitol Theater in Düsseldorf  zu geladenen Gästen des Sozial Verbandes Deutschland. (Foto: Roland Weihrauch/dpa)

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) spricht im Capitol Theater in Düsseldorf zu geladenen Gästen des Sozial Verbandes Deutschland. (Foto: Roland Weihrauch/dpa)

Da vespricht mal wieder einer viel – und nein, es ist nicht Horst Seehofer. NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) will für behinderte Menschen bessere Rahmenbedingungen in Schule, Beruf und auf dem Wohnungsmarkt schaffen – hat aber zu Geduld gemahnt. Das Land solle „soziales Gewissen der Bundesrepublik“ sein, das sei Anspruch seiner Regierung, sagte der Ministerpräsident am Freitag bei einem Festakt zum 100-jährigen Bestehen des Sozialverbands Deutschland (SoVD). „Die Gesellschaft muss insgesamt inklusiver werden.“ Man wolle parallel zum inklusiven Unterricht behinderter Kinder an Regelschulen aber auch das Förderschulnetz erhalten. Der SoVD kritisiert, dass der Abbau von Förderschulen gestoppt wird.

Der Verband befürchtet, dass das dringend benötigte Fachpersonal an den Förderschulen bleibt, statt an Regelschulen für guten inklusiven Unterricht zu sorgen. SoVD-Landeschef Franz Schrewe sagte, es könne keine Lösung sei, die Inklusion „quasi einzufrieren.“ Politik solle auch mehr tun, um die Benachteiligung Behinderter auf dem Wohnungsmarkt zu stoppen. „Sämtliche Neubauwohnungen müssten barrierefrei sein“, sagte Schrewe. Laschet betonte, wegen des akuten Wohnungsmangels solle zunächst schnelles Bauen erleichtert werden. Die Landesregierung werde das Bauordnungsrecht überprüfen, aber das brauche Zeit.

Mit Blick auf Ältere und Pflegebedürftige sagte Laschet, sie müssten frei entscheiden können, „wo und wie sie leben“. In stationären Einrichtungen sollten mindestens 80 Prozent Einzelzimmer sein.

(RP/dpa/lnw)

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3 Kommentare

  • Waltraud Berger

    Sondereinrichtungen abschaffen, ist der einzigste Weg, um Inklusion für jeden zu garantieren . Ambulant VOR stationär und Daheim statt Heim , würde damit auch umgesetzt .

    4. September 2017 at 23:06
  • Holger Hase

    Er versteht nichts

    5. September 2017 at 09:06
  • Uwe Schneider

    Wie passt das zur Absicht, wieder Förderschulen einzurichten?

    5. September 2017 at 10:31

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