BOBBY 2012: Ein Hoch auf Wetterfrosch Claudia Kleinert

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe würdigt die TV-Moderatorin für ihr Engagement für Menschen mit Behinderung.

Alle sprechen über das Wetter: Moderatorin Claudia Kleinert (Foto: DasErste)

TV-Star Claudia Kleinert erhält den Medienpreis BOBBY der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Die 42-jährige Rheinländerin ist einem Millionen-Publikum bekannt, weil sie das Wetter im Fernsehen prognostiziert. Sie gehörte zu den Moderatoren, die vor zwei Jahren Jörg Kachelmann ersetzten.

Seit 2008 engagiert sich Wetterfrosch (freundlicher: Wetterfee) Kleinert als Botschafterin der Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen und tritt in den Medien für ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderung ein: „Als Schwester ihres behinderten Bruders Stephan weiß Claudia Kleinert, wovon sie spricht“, heißt es dazu in einer heute veröffentlichten Erklärung der Lebenshilfe. Kleinert engagiert sich übrigens auch für andere Organisationen, so unter anderem für die Kindernothilfe.

Das Leben ist ungerecht

In einem Interview mit „Bild“ hatte Kleinert gesagt: „Mein Leben ist voller Schicksalsstürme. Meine Eltern sind sehr früh gestorben und mein Bruder ist körperlich herausgefordert, ich mag den Begriff ,körperbehindert‘ so gar nicht. Er hat Spasmen, aber vom Kopf her ist er genauso klar wie ich.“

Verliert man da nicht seinen Glauben? „Man ändert seinen Glauben. Den lieben und gerechten Gott, personifiziert dargestellt, den gibt es nicht.“ Ob sie das Leben als ungerecht empfindet? „Natürlich, vor allem für meinen Bruder finde ich es sehr ungerecht. Aber er ist trotzdem so lebensfroh und ich bewundere ihn jeden Tag dafür.“

2008 sahen mehr als eine Million TV-Zuschauer einen sympathischen Ausraster von Kleinert: Nachdem sie sich verhaspelt hatte, schrie sie plötzlich „Mensch, gibt’s denn das?“ in die Kamera, stampfte mit dem Fuß auf und beschimpfte sich selbst: „Bin ich doof, oder was?“.

Benannt nach Bobby Brederlow

Der Preis wird Kleinert am 6. Dezember 2012 in Köln verliehen. Mit dem BOBBY, benannt nach Bobby Brederlow, einem Schauspieler mit Down-Syndrom (ROLLINGPLANET berichtete: 10 Menschen mit Down-Syndrom, die nicht selektiert wurden), würdigt die Lebenshilfe seit 1999 vorbildliches Engagement für Menschen mit Behinderung, das geeignet ist, aufzuklären und Vorurteile abzubauen.

Der Lebenshilfe-Preis wird zum 13. Mal verliehen; er ist nicht mit einem Preisgeld verbunden. Bisher wurden mit der Bobby Brederlow nachempfundenen Bronze-Skulptur unter anderen Günther Jauch, Alfred Biolek und Guildo Horn ausgezeichnet.

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