Bombardierung von Wohngebieten ist kein Krieg – sondern ein Verbrechen

Real Madrid – FC Sevilla: Was der UEFA Super Cup mit Menschen mit Behinderung zu tun hat.

Superstar Christiano Ronaldo von Real Madrid. (Foto: EPA/Peter Powell)

Superstar Christiano Ronaldo von Real Madrid. (Foto: EPA/Peter Powell)

Wenn Real Madrid und der FC Sevilla am Dienstag, 9. August, beim UEFA Super Cup im norwegischen Trondheim gegeneinander antreten, wird die UEFA Kinderstiftung gemeinsam mit Handicap International die Gelegenheit nutzen, Einsätze von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten zu verurteilen. Während der Eröffnungszeremonie werden die Kapitäne beider Teams von zwei Kindern mit Behinderung begleitet, die aus Afghanistan und Syrien stammen und nun als Flüchtlinge in Norwegen leben. Gemeinsam werden sie die Pokale der UEFA Europa League und der UEFA Champions League auf den Platz tragen.

Mit dieser Aktion begleitet die UEFA Kinderstiftung die Arbeit der Hilfsorganisation Handicap International. Diese setzt sich weltweit für die Rechte und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung ein. Die Stiftung unterstützt außerdem die internationale Kampagne von Handicap International gegen die Bombardierung von Zivilistinnen und Zivilisten, unter der besonders Kinder leiden müssen. In der Halbzeit des Spiels wird ein Film, an dem Spieler beider Teams beteiligt sind, die Botschaft „Stop Bombing Civilians“ – „Stoppt die Bombardierung der Zivilbevölkerung!“ vermitteln und damit die untragbare Bedrohung für Millionen von Menschen weltweit verurteilen. Die meisten Opfer von Bombenangriffen stammen aus der Zivilbevölkerung und so wird der Film daran erinnern, wie wichtig es ist, diese Menschen durch die konsequente Umsetzung völkerrechtlicher Konventionen zu unterstützen.

Zeitgleich startet Handicap International eine öffentliche Kampagne und ruft die Öffentlichkeit auf, die Petition auf der Webseite www.handicap-international.de zu unterzeichnen.

Die Bombardierung von Wohngebieten – einige Fakten

Allein 2015 wurden laut einer Studie von „Action on Armed Violence“ fast 44.000 Menschen durch Explosivwaffen verletzt oder getötet. Davon stammen 76% aus der Zivilbevölkerung – diese Zahl steigt auf 92% an, wenn explosive Waffen in bevölkerten Gebieten eingesetzt werden.

In den jüngsten Konflikten werden Explosivwaffen (also Fliegerbomben, Streubomben, Raketen, Artilleriegranaten, Mörser etc.) massiv eingesetzt und verursachen jedes Jahr Zehntausend neue zivile Opfer. Die Überlebenden tragen oft Verletzungen davon, die zu Amputationen und lebenslangen Behinderungen führen, außerdem erleiden sie schwere psychische Traumata. Die Bomben zerstören Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser. Wenn die Konflikte vorbei sind, bedrohen nicht explodierte Waffen die Sicherheit der Menschen und verhindern den Wiederaufbau. Damit stürzen sie die Betroffenen in extreme Armut.

Laut Internationalem Völkerrecht dürfen weder die Zivilbevölkerung noch zivile Gebäude das Ziel von Angriffen der Konfliktparteien sein. Jeder Angriff muss zwischen der Zivilbevölkerung und Kämpfenden unterscheiden. Dennoch werden in aktuellen Konflikten regelmäßig explosive Waffen mit Flächenwirkung in bevölkerten Gebieten eingesetzt. Dieses Vorgehen tötet und verstümmelt unzählige Menschen und stellt eine schwere Verletzung des Völkerrechts dar.

(RP/PM)

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