Brandenburg unterstützt gehörlose Flüchtlinge

Hörbehinderte Dozenten unterrichten deutsche Gebärden- und deutsche Schriftsprache.

Potsdam (Foto: Wikipedia/A.Savin, CC BY-SA 3.0)

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Gehörlose Flüchtlinge werden künftig in Brandenburg in einem speziellen Projekt gefördert. Zunächst lernen elf Gehörlose – aus Syrien, Irak, Afghanistan oder Eritrea – deutsche Gebärden- und deutsche Schriftsprache, wie Uwe Schönfeld, Leiter der überregionalen Koorodinierungs- und Beratungsstelle für Hörbehinderte am Freitag in Potsdam erläuterte.

Unterrichtet werden sie von hörbehinderten Dozenten. Die Kurse gehen über ein halbes Jahr. Die Schüler lernen Formulare auszufüllen, per Brief und E-Mail zu kommunizieren oder einen Gebärdensprachdolmetscher zu nutzen. Für dass Projekt des Landesverbandes der Gehörlosen stellt das Land knapp 25.000 Euro bereit.

(RP/dpa)

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1 Kommentar

  • Hartmut Teuber

    Das Wort „hörbehindert“ ist schlecht gewählt und soll vermieden werden. Es orientiert sich nach Defizit, Mangel, oder sogar Krankheit, die aus der Welt weggeschafft werden musste. Das beste Wort ist „taub“ in der neuen Bedeutung, nämlich „nicht-hörend, aber einer anderen Kultur gehörend mit Gebärdensprache als dominante Sprache und Kulturträger“. Das Wort hat eine ethnische Bedeutung erlangt, die wir seit über zwei Jahrhunderte immer benutzt haben. Dazu muss auch betont werden, dass Taubheit uns nicht behindert, sondern die Gesellschaft der hörenden Menschen, in der wir koexistieren müssen, den tauben Menschen in ihrer vollen Entfaltung als Mensch und der Verwirklichung ihrer Fähigkeiten das tut.

    Die Webseite, die speziell die Emanzipation der körperlich von der Mehrheit unterschiedlich gearteten Menschen fördern, solle sich eine nicht audistische und nicht ableistische Formulierungen bedienen. Die Benutzung einer solchen sorgfältigen Sprache hilft unsere Befreiung von aussen gestellten Behinderungen.

    3. Juli 2016 at 09:04

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