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Braunsein ist nach wie vor trendy: Ärzte fordern mehr Engagement gegen Hautkrebs

Hautkrebs ist die häufigste onkologische Erkrankung in Deutschland. Die Gefahr wird unterschätzt und das kostenfreie Screening noch zu wenig genutzt.

Solarium-Besucher und viele Sonnenanbeter unterschätzen das Hautkrebs-Risiko (Foto: dpa)

Solarium-Besucher und viele Sonnenanbeter unterschätzen das Hautkrebs-Risiko (Foto: dpa)

Deutschlands Hautärzte fordern von Politik, Medien und Krankenkassen noch mehr Anstrengungen, die Gefahr von Hautkrebs öffentlich bewusst zu machen. ROLLINGPLANET ist mit dieser Nachricht dabei.

„Hautkrebs ist nach wie vor die häufigste onkologische Erkrankung“, sagte der Präsident der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), Professor Rudolf Stadler. „Das Bewusstsein, dass es eine lebensbedrohliche Krankheit ist, ist zwar gestiegen.“

Jüngere Menschen ignorieren die Gefahr

Aber die Hautfrüherkennungsuntersuchung für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren werde bisher nur von knapp einem Drittel wahrgenommen, wie eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der DDG laut Stadler ergab.

Gut die Hälfte der im April befragten 1004 Krankenversicherten ab 18 Jahren gab an, dass sie das Thema Hautkrebs sorge, sechs Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Dabei ist Jüngeren die Gefahrenlage weniger bewusst als Älteren.

Der Anteil derer, die ein Screening gemacht hatten, stieg um sieben Prozent. Bei der Befragung im April 2013 wusste zwar die Hälfte – sechs Prozent mehr als 2011 – vom Anspruch auf die Früherkennungsuntersuchung, aber das Wissensdefizit in der Bevölkerung ist aus DDG-Sicht noch zu hoch.

Hautkrebsrate hat sich verdoppelt

Laut DDG hat sich die Hautkrebsrate in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt und seit den 1960er Jahren sogar versechsfacht. Jährlich erkranken in Deutschland rund 18.000 Menschen an Schwarzem Hautkrebs, rund 175.000 an Weißem. Die Zahl der Neuerkrankungen einschließlich der frühen Formen liegt bei 235.000.

„Wir fordern, dass jedem Bürger klar sein sollte, welchen Anspruch er hat“, sagte Stadler. Das 2008 eingeführte Screening schade nicht, könne eindeutig Leben retten und Kosten mindern.

Tödlicher Soliarum-Trend

„85 Prozent der Patienten mit Schwarzem Hautkrebs ohne Metastasierung sind nach der Entfernung geheilt“, unterstrich Stadler die Wichtigkeit der Prävention. Er kritisierte den anhaltenden Solarium-Trend, vor allem unter jungen Frauen. „Das Risiko steigt mit dem Sonnenbankbesuch“. Es sei um drei Viertel höher als bei anderen Menschen. Trotzdem gehen vier Millionen regelmäßig ins Solarium, darunter ein Viertel der 15- bis 29-Jährigen.

(dpa)

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