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Britischer Politiker tritt wegen Diffamierung von Behinderten zurück

Hier kommt eine Anregung für den deutschen CDU-Politiker Günter Krings.

Schon wieder einer, der einen an der Waffel hat: Colin Brewer (Foto: Kawa)

Schon wieder einer, der einen an der Waffel hat: Colin Brewer (Foto: Kawa)

Colin Brewer, ein britischer Kommunalpolitiker aus Cornwall, ist nach monatelangen Auseinandersetzungen um eine behindertenfeindliche Äußerung zurückgetreten.Er hatte vor anderthalb Jahren während einer Veranstaltung für Gleichberechtigung gesagt, man solle behinderte Kinder von ihrem Leid erlösen, weil sie zu viel Geld kosteten.

Trotz heftiger Kritik von Behinderten, ihren Betreuern und Bürgerrechtlern an dem faschistischen Gedankenschlecht lehnte Brewer zunächst ab, sich aus der Kommunalpolitik zurückzuziehen. Er rechtfertigte seine Bemerkung damals mit dem Hinweis, er habe lediglich eine Debatte provozieren wollen. Mittlerweile hat er seinen Standpunkt geändert und spricht von einer „gedankenlosen Äußerung“, die nicht zu entschuldigen sei.

Jetzt freuen sich die Behinderten auch noch

Behinderte Menschen, die er beleidigt habe, würden sich bestimmt über seinen Rücktritt freuen, sagte er dem Regionalsender BBC Radio Cornwell. Und womit? fragt ROLLINGPLANET. Zu Recht.

Wäre das nicht eine Anregung für Günter Krings (CDU)? Über seinen Rückzug aus der Politik würden sich hierzulande einige freuen, die er beleidigt hat: Krings will Behinderte zwar nicht von ihrem Leid erlösen, aber wenigstens einige von ihnen von ihrem Wahlrecht: „Es ist nicht plausibel, warum ein Mensch, der nicht mal selbstständig eine Zeitung kaufen kann, eine Wahlentscheidung treffen soll.“ (ROLLINGPLANET hatte berichtet.)

(RP/dpa)

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