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Brustkrebs: Neuer Bluttest soll Überlebenschancen von Patientinnen steigern

Eine einfache Methode könnte möglicherweise schnell zeigen, ob eine Therapie anschlägt. Von Sabine Dobel

Frau mit Brustkrebs (Foto: David Jay), siehe auch unseren Bericht: ROLLINGPLANET zeigt 10 starke Frauen, die auf Facebook verboten waren

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Ein Bluttest könnte Brustkrebspatientinnen lange, unwirksame Therapien ersparen. Mit der Untersuchung von im Blut zirkulierenden Tumorzellen wollen Mediziner rascher erkennen, ob eine Therapie anschlägt oder andere Medikamente nötig sind.

„Man kann die Therapie besser anpassen und so die Überlebenschancen erhöhen“, sagte Professor Andreas Schneeweiss vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) des Universitätsklinikums Heidelberg und Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS). (Das Wort Senologie ist eine moderne Wortschöpfung aus dem französischen „le sein“ für die Brust und dem griechischen Wort „Logos“ für die Lehre.) Es fehle aber noch der abschließende klinische Beweis, ob die Methode den Krankheitsverlauf beeinflusse.

Jahrestagung in München

Studien dazu sollen bei der 33. Jahrestagung der DGS vom 27. bis 29. Juni in München vorgestellt werden. Rund 2500 Ärzte und andere medizinische Helfer befassen sich dabei mit den Erkrankungen der Brust.

Bei erkrankten Frauen soll der Bluttest helfen, rascher die richtige Therapie zu finden. Studien zufolge waren hohe Werte der Tumorzellen im Blut gekoppelt an ein schnelleres Fortschreiten der Krankheit und geringere Überlebenschancen.

Eine Veränderung der Anzahl der Tumorzellen im Blut und damit ein möglicher Therapieerfolg sei oft schon nach dem ersten Behandlungszyklus nachweisbar – und nicht erst nach etwa drei Monaten wie bisher mit Röntgenaufnahmen oder Magnetresonanzuntersuchungen. „Mit dem Test können wir schon nach drei Wochen sehen, ob wir auf dem richtigen Weg sind.“

Heidelbergern gelingt erstmals Beweis

Die Heidelberger Mediziner konnten zudem erstmals nachweisen, dass nur bestimmte Tumorzellen im Blut zu Metastasen führen. „Nur eine bestimmte Untergruppe der Zellen ist böse, das heißt, kann Metastasen bilden, und diese konnten wir beschreiben“, sagte Schneeweiss. „Der nächste Schritt ist, diese Zellen gezielt zu attackieren.“

Entsprechende Therapien seien bereits in der Entwicklung. Sie wurden bisher vorwiegend etwa bei Lungen- oder Magenkrebs getestet. Die Heidelberger Forscher wollen diese Medikamente jetzt auch bei Brustkrebspatientinnen erproben, die diese besondere Form der zirkulierenden Tumorzellen haben. Es werde aber noch einige Zeit dauern, bis die klinischen Studien abgeschlossen seien – erst dann ist eine breite Anwendung möglich.

Studie der Uni Düsseldorf

Schon jetzt laufe aber unter Leitung der Frauenklinik der Uni Düsseldorf an vielen Zentren in Deutschland eine Studie, ob eine zielgerichtete Therapie, die an das Aussehen der zirkulierenden Tumorzellen angepasst ist, das Überleben bei Brustkrebs verbessere. Ein weiteres Thema auf dem Kongress wird erblicher Brustkrebs sein.

(dpa)


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