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Hat die SPD auch wegen ihrer Inklusionspolitik die NRW-Wahl verloren?

ROLLINGPLANET-Tagebuch: ESC und Julia Samoilowa +++ Überlebende von Schusswaffengewalt +++ Nonne soll Priestern beim Missbrauch gehörloser Schüler geholfen haben

TAGEBUCH
SONNTAG, 14. MAI 2017
Nordrhein-Westfalen

Mohring: „Krachende“ Wahlniederlage für Rot-Grün

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erklärte unmittelbar nach den ersten Hochrechnungen (Niederlage für SPD, Sieg für CDU) ihren Rücktritt als stellvertretende Vorsitzende der Bundes-SPD und als SPD-Landesvorsitzende. (Foto: Henning Kaiser dpa)

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erklärte unmittelbar nach den ersten Hochrechnungen (Niederlage für SPD, Sieg für CDU) ihren Rücktritt als stellvertretende Vorsitzende der Bundes-SPD und als SPD-Landesvorsitzende.

Thüringens CDU-Chef Mike Mohring hat den Wahlausgang in Nordrhein-Westfalen als „eine krachende Niederlage für Rot-Grün, für Hannelore Kraft und Martin Schulz“ bezeichnet. Die sogenannte kleine Bundestagswahl habe dagegen für die CDU, für Armin Laschet und Angela Merkel einen „glänzenden Sieg“ gebracht. Laschet habe durch einen klaren, profilierten Wahlkampf gewonnen. „Mehr Rückenwind und Ermutigung für den 24. September geht nicht.“
Die Bürger im größten deutschen Bundesland haben SPD und Grüne laut Mohring abgewählt, „weil sie Nordrhein-Westfalen weit unter seinen Möglichkeiten regiert haben.“ Dafür stehe die katastrophale Bilanz in der Bildungspolitik, bei der Inklusion, in der Infrastrukturpolitik oder bei der inneren Sicherheit.
Bis zuletzt hatte Kraft das gemeinsame Lernen von Schülern mit und Schülern ohne Behinderung verteidigt: „Eine inklusive Gesellschaft ist das Ziel, das sich aus der UN-Behindertenrechtskonvention ergibt, die Deutschland unterschrieben hat. Dazu gehört auch der Anspruch für Kinder mit Handicap, eine Regelschule zu besuchen. Nordrhein-Westfalen geht den Weg Schritt für Schritt. Wir haben seit 2010 1,2 Milliarden Euro allein in schulische Inklusion investiert, auch in zusätzliche Lehrerstellen und Weiterbildung. Ich weiß, dass noch nicht alles rund läuft und wir an einigen Stellen nachsteuern müssen. Dabei geht es auch um die Zusammenarbeit mit den Kommunen, die für die Unterstützung durch Integrationshelfer zuständig sind. Aber um es klar zu sagen: Wir werden den Gesamtprozess der Inklusion nicht stoppen. Der Elternwille zählt und der grundsätzliche Anspruch auf einen Platz an der Regelschule wird nicht in Frage gestellt.“ (RP/dpa/th)

FREITAG, 12. MAI 2017
Großbritannien

Talentagentur möchte die Präsenz von Menschen mit Behinderung in der medialen Öffentlichkeit erhöhen

Zebedee Management auf Facebook. (Foto: Zebedee Management)

Zebedee Management auf Facebook. (Foto: Zebedee Management)

Zebedee Management ist eine Talentagentur in Großbritannien, deren Models und Schauspieler*innen alle mit einer Form von Behinderung leben. Die Agentur will sowohl Erwachsenen als auch Kindern mit Behinderung eine faire und dennoch sensible Plattform im öffentlichen Leben bieten – und damit gesamtgesellschaftlich festgefahrene Vorurteile herausfordern und aufbrechen.
Die Idee für die Agentur der besonderen Art hatten Laura Johnson, eine ausgebildete Sozialarbeiterin, und Zoe Proctor, Lehrerin für darstellende Kunst für Menschen mit Behinderung. „Wir haben einige unglaublich inspirierende und talentierte Menschen bei uns und wir möchten ihnen Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt geben, die sie sonst nicht hätten“, sagt Proctor. ze.tt

Niederlande

Zwölfjähriger Junge darf Chemotherapie verweigern

Ein zwölfjähriger niederländischer Junge darf nach einem Gerichtsurteil die Chemotherapie gegen Krebs verweigern. David dürfe selbst über seine Behandlung entscheiden, urteilte ein Richter in Alkmaar am Freitag. Der Vater des Jungen wollte mit einem Gerichtsurteil die Chemotherapie seines Sohnes erzwingen.
Bei dem Kind war Ende 2016 ein Hirntumor entfernt worden. Eine Chemotherapie sollte folgen. David lehnte dies ab. Nach Angaben des Gerichts fürchtet er die Nebenwirkungen und vertraut alternativen Heilmethoden. Ohne Chemobehandlung liegt die Chance auf Genesung nach Angaben der Ärzte bei 50 Prozent, mit der Therapie bei 75 bis 80 Prozent.
Der Richter erklärte, dass er die Sorgen des Vaters verstehe. Es gebe aber „keinerlei rechtliche Möglichkeiten einzugreifen“. Das Selbstbestimmungsrecht von Patienten gelte ab 12 Jahre. Der Junge habe auch bei einem Psychiater sehr gut seine Entscheidung begründet. (dpa)

DONNERSTAG, 11. MAI 2017
Messe

Bentele eröffnete REHAB 2017 in Karlsruhe

Verena Bentele, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, eröffnete heute als Schirmherrin die 19. Fachmesse für Rehabilitation, Therapie, Pflege und Inklusion. „Die Messe ist eine der größten und wichtigsten Fachmessen rund um das Thema Rehabilitation. Dass Menschen mit Behinderungen alle Hilfen für ihre Rehabilitation und ihre Bedarfe im Alltag erhalten, ist für ihre gleichberechtigte Teilhabe sehr wichtig. Daher freue ich mich, die Schirmherrschaft zu übernehmen.“ Samuel Koch, Moderator der Eröffnung, freute sich im Vorfeld auf den Messe-Besuch: „Egal, wo ich aktuell gerade bin – ob in München oder Berlin –, überall werde ich auf die REHAB angesprochen und ob wir uns in Karlsruhe sehen.“
Die 19. Fachmesse für Rehabilitation, Therapie, Pflege und Inklusion (REHAB) findet noch bis zum 13. Mai 2017 in der Messe Karlsruhe statt. Rund 450 Aussteller aus 18 Ländern präsentieren auf der diesjährigen REHAB ihre neuen Reha-, Orthopädie- und Medizintechnikprodukte sowie Innovationen für Pflege und Therapie.
Erstmals komplett belegt sind die Hallen 1 und 2, insgesamt erstreckt sich die Fachmesse auf 35.000 Quadratmetern. Neu hinzugekommen ist der „Marktplatz Homecare & Pflege“ mit einem Forum zum Thema „Außerklinische Intensivversorgung“, die REHAB-Jobbörse in Kooperation mit der Stiftung MyHandicap, der Themenpark „Hören“ und die inklusiven Kochshows im Kulturbistro. Zehn Marktplätze bündeln die vielfältigen Themen der REHAB, helfen Besuchern sich leicht einen Überblick zu verschaffen und fördern den lebendigen Austausch untereinander. Zahlreiche Vorträge, Vorführungen, Diskussionsrunden und Weiterbildungen in den Foren runden das Rahmenprogramm ab. Seit 1980 ist die REHAB als eine der weltweit führenden Fachmessen für Rehabilitation, Therapie, Pflege und Inklusion feste Größe im Veranstaltungskalender für Fachleute und Menschen mit Handicap und deren Angehörigen. (PM) Rehab Karlsruhe

DIENSTAG, 9. MAI 2017
Fußball

DFB bestraft Karlsruhe mit Geisterspiel – aber es gibt Ausnahmen

Wegen schwerer Zuschauerausschreitungen muss Fußball-Zweitligist Karlsruher SC das kommende Heimspiel gegen Dynamo Dresden unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten. Das DFB-Sportgericht bestrafte die als Absteiger feststehenden Badener damit laut heutiger Mitteilung für die schwerwiegenden Vorkommnissen im Spiel beim VfB Stuttgart am 9. April.
Von dem Ausschluss bei der Partie gegen Dresden am Sonntag (15.30 Uhr) ausgenommen sind einige Dauerkarteninhaber für Sitzplätze, die maximal 2400 Gästefans sowie VIP-Kartenbesitzer und Rollstuhlfahrer.
Beim Spiel in Stuttgart hatten laut DFB etwa 150 KSC-Zuschauer vor Anpfiff den Block gestürmt und später mit dem mehrfachen Abbrennen von Pyrotechnik dafür gesorgt, dass die Begegnung unterbrochen werden musste und sich der Beginn der zweiten Halbzeit verzögerte. (dpa)

Eurovision Song Contest (ESC)

Julia Samoilowa: Russischer Botschafter kritisiert Auftrittsverbot als Zynismus

Die im Rollstuhl sitzende Sängerin Julia Samoilowa bei der Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele am 7. März 2014 in Sotschi/Russland. (Foto: Ekaterina Lyzlova/AP/dpa)

Die im Rollstuhl sitzende Sängerin Julia Samoilowa bei der Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele am 7. März 2014 in Sotschi/Russland. (Foto: Ekaterina Lyzlova/AP/dpa)

Der russische Botschafter in Berlin, Wladimir Grinin, hat das Auftrittsverbot für die russische Sängerin Julia Samoilowa beim Eurovision Song Contests (ESC) kritisiert. „Ich glaube nicht, dass es hierbei wirklich um die politische Krise oder um die Krim geht, eher um reinen Zynismus“, sagte Grinin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die im Rollstuhl sitzenden Russin darf nicht am ESC am kommenden Samstag teilnehmen, weil die Ukraine ein Einreiseverbot ausgesprochen hat. Ihr wird ein Auftritt auf der annektierten Krim im Jahr 2015 vorgeworfen.
„Es ist schade, dass so eine tolle Sängerin darunter leiden muss, weil die heutige ukrainische Macht so stark von der Russophobie und von den nationalistischen Komplexen verseucht ist“, sagte Grinin. „So ein Benehmen ist absolut unanständig.“
Außerdem verwehrte die Ukraine auch zahlreichen russischen Journalisten trotz Akkreditierung zum ESC die Einreise, weil diese in den vergangenen Jahren von der Krim berichtet hätten. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, hat Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko die Einreisesperre für russische Journalisten verteidigt: „Das ukrainische Gesetz gilt für alle, egal ob Sportler, Künstler oder Journalisten“, sagte Klitschko. „Wer illegal über Russland auf die Krim reist, muss deshalb die Einreisesperre für die Ukraine akzeptieren.“ Das habe nichts mit Zensur zu tun. Das erste ESC-Halbfinale ist heute Abend. (dpa)

MONTAG, 8. MAI 2017
USA

Überlebende von Schusswaffengewalt: Narben an Körper und Seele

Karina Sartiaguin stand mit Freunden vor ihrer Highschool in Aurora, als eine Kugel sie traf. Im Vorbeifahren hatten Mitglieder einer Gang Schüsse abgefeuert. die Schüsse galten einer rivalisierenden Gang. Karina, damals 16, wurde unbeabsichtigt getroffen. Seit dem Tag im Jahr 2010 sitzt sie im Rollstuhl. (Foto: Kathy Shorr/ powerHouse Books)

Zwölftausend Menschen sterben in den USA jährlich durch Schusswaffengewalt. Die Fotografin Kathy Shorr hat für ihren Bildband „Shot“ 101 Überlebende in den Vereinigten Staaten porträtiert. Gut zwei Jahre lang reiste die New Yorkerin für ihr Projekt durch das Land. Die meisten ihrer Protagonisten fotografierte Shorr an dem Ort, an dem sie angeschossen wurden. Im Einkaufszentrum, im Kino und in der Kirche. Im Auto, im eigenen Haus und auf den Straßen in der Nachbarschaft. Spiegel Online

Argentinien

Nonne soll Priestern beim Missbrauch gehörloser Schüler geholfen haben

Mindestens 24 Schutzbefohlene sollen fünf Priester in einer Schule für Gehörlose vergewaltigt haben. Nun stellte sich nach monatelanger Flucht auch eine Nonne, die den Männern geholfen haben soll. Kosaka K. (42) soll die Taten der Männer, anale und vaginale Vergewaltigungen, Oralsex und Streicheln, vertuscht haben. Stern

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