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Bundesagentur für Arbeit: Heute beginnt die Aktionswoche für Menschen mit Behinderung

Liebe Chefs und Unternehmer, bitte mitlesen. Dieser herzzerreißende Aufruf wird Sie sicherlich erweichen. Jetzt seien Sie mal nicht so gehemmt. ROLLINGPLANET ist überzeugt, Sie stellen ab sofort wie verrückt Behinderte ein.

„Durch Inklusion Schätze für den Arbeitsmarkt heben“ – unter diesem Motto steht die Aktion der Bundesagentur für Arbeit (BA), die heute beginnt. Mitarbeiter und Führungskräfte der Arbeitsagenturen werben in Gesprächen oder Fachtagungen für mehr Inklusion im Arbeitsleben. Die BA möchte darauf aufmerksam machen, dass Menschen mit Behinderung einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag auch auf dem Arbeitsmarkt leisten können.

Premiere für diese Kampagne

Die Aktionswoche, die Menschen mit Handicap in den Mittelpunkt stellt, findet zum ersten Mal statt. Vermittler der Arbeitsagenturen werden gezielt mit Arbeitgebern sprechen, um ihnen anhand von anonymisierten Bewerberprofilen Menschen mit Behinderung als mögliche Arbeitnehmer vorzustellen. Auch Führungskräfte der Arbeitsagenturen und Regionaldirektionen beteiligen sich an der Aktion. Bei eigens organisierten Fachtagungen oder Arbeitsmarktgesprächen setzen sie sich bei Kammern, Verbänden und anderen Arbeitsmarktakteuren für mehr Inklusion im Arbeitsleben ein.

Raimund Becker, Vorstandsmitglied der BA, betont: „Wir möchten mit der Aktionswoche die Aufmerksamkeit auf Menschen mit Behinderung lenken und damit zu einer besseren inklusiven Teilhabe der Betroffenen am Arbeitsleben beitragen.“

Neben der Aktionswoche engagiert sich die BA bereits in zahlreichen Initiativen und Maßnahmen, um Inklusion in Deutschland voranzutreiben. Beispiele dafür sind das Projekt „TrialNet“, bei dem junge Menschen mit Behinderung einzelne Ausbildungsbausteine bei verschiedenen Arbeitgebern absolvieren oder die geplante Einrichtung eines Gebärdentelefons für hörbehinderte oder gehörlose Menschen, die mit der BA in Kontakt treten wollen. Außerdem veröffentlicht die BA zum Auftakt der Aktionswoche online eine Kurzinformation mit Daten zur Arbeitsmarktsituation von Menschen mit Behinderung.

Auftakt mit gemeinsamer Presseerklärung

Zum heutigen Start der Aktionshabe haben die Energieversorgung Oberhausen AG, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen und die Bundesagentur für Arbeit (BA) einen gemeinsamen Aufruf veröffentlicht:

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) engagiert sich dafür, dass sich jeder Mensch ideal auf dem Arbeitsmarkt einbringen kann. Um dabei Menschen mit Behinderung mehr in den Fokus zu rücken, startet die BA ab dem 05. Dezember 2011 eine bundesweite Aktionswoche für Menschen mit Behinderung. Dazu veranstaltet die BA gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen Hubert Hüppe und der Energieversorgung Oberhausen AG (evo) ein Auftaktgespräch in Oberhausen.

Zum ersten Mal veranstaltet die BA eine bundesweite Aktionswoche, die Menschen mit Handicap in den Mittelpunkt stellt. Raimund Becker, Vorstandsmitglied der BA: „Über die Hälfte der Menschen mit Schwerbehinderung in Deutschland verfügt über eine Ausbildung oder einen akademischen Abschluss. Gerade vor dem Hintergrund eines drohenden Fachkräftemangels dürfen wir dieses Potenzial nicht ungenutzt lassen.“

Hubert Hüppe unterstreicht das Anliegen: „Unternehmen sollten jetzt reagieren und den Auswirkungen des demographischen Wandels vorbauen. Sie profitieren davon, behinderte Menschen bei Einstellungen stärker zu berücksichtigen und auch Lösungswege für ältere Menschen mit Behinderung im Betrieb aufzuzeigen.“

Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen insgesamt liegt aktuell in Deutschland mit etwa 173.000 nur knapp 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert, während die Arbeitslosigkeit insgesamt weit stärker rückläufig ist. Auf den ersten Blick ein bedenkliches Zeichen. Deshalb lohnt sich eine differenzierte Betrachtung. Allein der Blick auf die Arbeitslosenzahlen reicht nicht aus. Berücksichtigt man auch die Entwicklung der Beschäftigung und vor allem die Unterbeschäftigung, dann zeigt sich: dass der Anstieg hauptsächlich auf den Wegfall vorruhestandsähnlicher Regelungen basiert. Auch schwerbehinderte arbeitslose Menschen haben vom Aufschwung profitiert, wenngleich nicht ganz so stark wie alle Arbeitslosen. Ein guter Grund, um das Engagement für mehr Inklusion zu verstärken.

Aber Verwaltung und Politik können diese Ziele nicht allein erreichen, dazu braucht es engagierte Arbeitgeber. Die evo ist ein Arbeitgeber, der die gesetzliche Quote übererfüllt und sich das Engagement für Mitarbeiter mit Behinderung auf die Fahnen geschrieben hat. Hartmut Gieske, kaufmännischer Vorstand der evo, betont: „Die Arbeitshaltung von Mitarbeitern mit Behinderung ist oft außergewöhnlich gut und damit positiv für unser Unternehmen: Menschen mit Behinderung müssen sich kreativ und schnell auf Situationen einstellen und agieren deswegen äußerst lösungsorientiert. Für einen Arbeitgeber ist diese Kompetenz besonders wertvoll. Darüber hinaus sind Mitarbeiter trotz oder gerade wegen ihrer Behinderung belastbar, dem Unternehmen gegenüber zeigen sie sich engagiert und loyal.“

Raimund Becker: „Wir möchten mit der Aktionswoche besonderes Engagement für Menschen mit Behinderung zeigen. Vielleicht gelingt es uns so, bei weiteren Arbeitgebern eine mögliche Hemmschwelle zu senken, die sie sonst von der Einstellung eines Menschen mit Behinderung abgehalten hätte.“

Zum Themenschwerpunkt Inklusion in Unternehmen

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