""

Bundesregierung beschließt Aktionsplan für Menschen mit seltenen Krankheiten

Rund vier Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen – viele haben eine jahrelange Odyssee durch Arztpraxen und Krankenhäuser hinter sich.

Ich hab' was für Euch: Einen Aktionsplan für Menschen mit seltenen Erkrankungen – Gesundheitsminister Bahr (Foto: dpa)

Ich hab‘ was für Euch: Einen Aktionsplan für Menschen mit seltenen Erkrankungen – Gesundheitsminister Bahr (Foto: dpa)

Die Bundesregierung will die Behandlung von Menschen mit seltenen Krankheiten verbessern. Das Kabinett billigte dazu am Mittwoch in Berlin einen Nationalen Aktionsplan, der 52 Maßnahmen vorsieht.

„Selten ist gar nicht so selten“, sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) am Mittwoch. Deutschlandweit seien rund vier Millionen Menschen von einer seltenen Krankheit betroffen, darunter seien viele Kinder.

Künftig sollen Mediziner, Patienten und ihre Angehörigen besser informiert werden. Da die Erkrankungen so selten sind, dauert es oft Jahre, bis Patienten eine zutreffende Diagnose bekommen. „Es ist nicht böser Wille, sondern häufig mangelndes Wissen“, sagte Bahr.

Atlas und besserer Informationsaustausch

Geplant ist ein „Atlas seltener Erkrankungen“, mit dessen Hilfe Betroffene leichter die richtigen Spezialisten finden sollen. Als selten gilt eine Krankheit, wenn nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen in der Europäischen Union davon betroffen sind.

Ein verbesserter Informationsaustausch zwischen Fachzentren könne helfen, aufwendige Doppeluntersuchungen und überflüssige Krankenhausaufenthalte zu vermeiden, sagte der Minister. „Hier geht es auch darum, Strukturen so effizient besser zu machen, dass wir möglicherweise auch Kosten einsparen können.“

135 Millionen Euro für fünf Jahre

Medizinische Versorgungsstrukturen sollen ausgebaut werden, flankiert von verbesserter Forschung zu seltenen Erkrankungen. Dafür stellt das Bundesbildungsministerium in den nächsten fünf Jahren bis zu 27 Millionen Euro Fördermittel bereit.

Die Pharmaindustrie begrüßte den Aktionsplan – wohl nicht ganz ohne Hintergedanken. „Gemeinsam mit den anderen Bündnispartnern steht die Pharmaindustrie nun in der Pflicht, diesen Plan durch eigene Aktivitäten mit Leben zu erfüllen“, säuselte der Hauptgeschäftsführer des Bunderverbands der Pharmazeutischen Industrie, Henning Fahrenkamp.

Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands lobte, dass spezialisierte Zentren gefördert werden sollen.

(RP/dpa)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN