Bundesregierung möchte Berichterstattung zur Inklusion ausbauen

Erstmals sollen umfassende Daten zur gesellschaftlichen Teilhabe behinderter Menschen erhoben werden.

Künftig mehr Durchblick für Politiker/innen, wenn sie über Menschen mit Behinderung sprechen und entscheiden? (Hier Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles, SPD, mit einer Virtual-Reality-Brille anlässlich eines Besuchs im Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Rostock.) (Foto: Stefan Sauer/dpa)

Künftig mehr Durchblick für Politiker/innen, wenn sie über Menschen mit Behinderung sprechen und entscheiden? (Hier Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles, SPD, mit einer Virtual-Reality-Brille anlässlich eines Besuchs im Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Rostock.) (Foto: Stefan Sauer/dpa)

Eigentlich hätte ROLLINGPLANET diese Ankündigung ja vor den Arbeiten zum neuen Bundesteilhabegesetz erwartet und nicht, wie jetzt, wenn schon alles beschlossen ist: Die Bundesregierung möchte die Berichterstattung über die Teilhabesituation von Menschen mit Behinderungen ausbauen. Dies sei ein Schwerpunkt des Nationalen Aktionsplans 2.0 der Bundesregierung (NAP 2.0) zur UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), den das Kabinett im Juni verabschiedet hat, heißt es in einer Mitteilung.

Der NAP 2.0 ist die Weiterführung des ersten, im Jahr 2011 verabschiedeten Aktionsplans. Als „Kernelement“ der neuen Berichterstattung werde die Bundesregierung eine Repräsentativbefragung in Auftrag geben, die erstmals umfassende Daten zur gesellschaftlichen Teilhabe behinderter Menschen und damit eine „solide Datenbasis“ liefern soll.

Fakten kosten 9 Mio. Euro

Diese Berichterstattung solle zu einem Kompass der Behindertenpolitik für die nächsten Jahre werden, schreibt die Regierung. Dafür sind in den nächsten Jahren neun Millionen Euro eingeplant.

Ein weiterer Schwerpunkt im NAP 2.0 ist das Thema „Bewusstseinsbildung“. Diese sei „für das neue Verständnis von Behinderung, dem der Wechsel vom medizinischen Modell zum menschenrechtlichen Modell innewohnt, von zentraler Bedeutung, um Behinderung im Sinne der UN-BRK nicht länger als individuelles Problem wahrzunehmen“. Vielmehr gehe es darum, Behinderung als negative Folge einer nicht hinreichend inklusiven Gesellschaft zu verstehen, heißt es weiter.

(RP/hib/CHE)

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