Bundestag hat bisher nur ein USA-Stipendium für Menschen mit Behinderung vergeben

Der ehemalige Behindertenbeauftragte Hubert Hüppe mahnt an, dass das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) inklusiv wird.

Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert hat Post von Hubert Hüppe bekommen. (Foto: dpa)

Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert hat Post von Hubert Hüppe bekommen. (Foto: dpa)

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Hubert Hüppe möchte, dass zukünftig auch Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung eine Chance auf ein USA-Stipendium des Deutschen Bundestages haben. Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ist ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses für junge Deutsche und US-Amerikaner. Bundestagsabgeordnete übernehmen für die Jugendlichen eine Patenschaft. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten leben während des Austauschjahres in den jeweiligen Gastländern in Familien. Dort lernen sie den Alltag, die Kultur und die Politik des anderen Landes kennen.

huberthuppe

Hüppe (kleines Foto links) hat eigenen Aussagen zufolge sich schon viele Jahre mit Vorschlägen in das PPP eingebracht und regelmäßig die Patenschaft für Jugendliche aus seinem Wahlkreis für das Jahr in den USA übernommen. Er betont, dass es in der langen Geschichte des Austauschprogramms nur einmalig eine deutsche Teilnehmerin gab, die eine Behinderung hatte. In einem Brief an den Bundestagspräsidenten Dr. Norbert Lammert ruft Hubert Hüppe auf, sich für mehr Inklusion im PPP einzusetzen. So schlägt er eine gezielte Ansprache von Jugendlichen mit Behinderung vor. Dabei, so fordert er, müssen auch die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um den jungen Erwachsenen mit Behinderung einen entsprechenden Aufenthalt in den USA zu ermöglichen. Es muss sichergestellt werden, dass den individuellen Bedarfen Rechnung getragen wird.

„Das wäre ein gutes Zeichen, wenn der Deutsche Bundestag mit solchen Aktionen deutlich macht, dass jeder bei sich selbst mit Inklusion anfangen kann“, so Hüppe. „Noch im Herbst 2015 werden die Stipendienplätze für das Austauschjahr 2016 vergeben. Eine gute Gelegenheit ein positives Beispiel für Inklusion zu setzen und Jugendliche mit Behinderung auszuwählen.“

(RP/PM)

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