Bundestag stimmt für umstrittene Demenzforschung

Menschliche Versuchskaninchen erlaubt: Herzlichen Glückwunsch, Herr Gröhe. Sie haben es (fast) geschafft.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat sich mit seinem Gesetzesentwurf durchgesetzt. (Foto: Foto: Britta Pedersen/dpa)

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat sich mit seinem Gesetzesentwurf durchgesetzt. (Foto: Foto: Britta Pedersen/dpa)

Arzneimitteltests an Demenzkranken sollen in Deutschland künftig grundsätzlich möglich sein – auch wenn der betroffene Patient davon keinen eigenen Nutzen hat. Der Bundestag stimmte am Mittwoch mehrheitlich für eine Neuregelung, die die sogenannte gemeinnützige Forschung erlauben will – vorausgesetzt, der jeweilige Patient hat dies nach einer verpflichtenden ärztlichen Beratung schriftlich so festgelegt. 330 von 581 Parlamentariern votierten für einen entsprechenden Antrag, der unter anderem von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und dem
SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach unterstützt worden war.

Zuvor war ein Antrag abgelehnt worden, der weitgehend an der bisherigen Rechtslage festhalten wollte. Danach sollte medizinische Forschung an einer „nicht einwilligungsfähigen Person“ nur dann erlaubt sein, wenn ein direkter Nutzen für den Betroffenen zu erwarten ist. Auch ein Antrag, der die Zustimmung zu Arzneitests auch ohne vorherige ärztliche Beratung ermöglichen wollte, fand keine Mehrheit. Wie üblich bei ethisch heiklen Fragen war die Fraktionsdisziplin bei den Abstimmungen aufgehoben.

Die Neuregelung der umstrittenen Arzneitests ist Teil einer umfassende Reform, mit der die Vorschriften für klinische Studien europaweit vereinheitlicht werden sollen. Über das gesamte Gesetz einschließlich der jetzt beschlossenen Änderung will der Bundestag erst an diesem Freitag abschließend entscheiden.

(dpa)

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1 Kommentar

  • dasuxullebt

    Ich verstehe immer nicht so das Problem. Wenn jemand solange er es bewusst kann einwilligt, ist das doch nicht wirklich anders als normale Medikamententests, nur halt an kranken Personen die einwilligten als sie noch gesund waren. Ich sehe irgendwie nicht das ethische Problem. Oder übersehe ich etwas?

    13. November 2016 at 02:00

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