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Bündnis gegründet: Gute Pflege ist Menschenrecht

Aufmacherfoto der Webseite für das neue Bündnis

Zehn Partner aus Selbsthilfe und Verbrauchervertretungen, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden und Gewerkschaften und Berufsverbänden haben in einer Pressekonferenz die Gründung des Bündnisses für GUTE PFLEGE erklärt.

„Wir können und wollen die Situation in der Pflege nicht mehr länger hinnehmen“, erklärten das AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker, DGB Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach und der Präsident des Sozialverbandes Deutschland Adolf Bauer ihre Initiative auf einer gestrigen Pressekonferenz in Berlin.

Sie sprachen für zehn Partner aus Selbsthilfe und Verbrauchervertretungen, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden und Gewerkschaften und Berufsverbänden, die sich zusammengeschlossen haben, um das Bündnis für GUTE PFLEGE zu gründen. Ziel ist es, die Situation der pflegebedürftigen sowie pflegenden Menschen in Deutschland zu verbessern.

2,4 Millionen pflegebedürftige Menschen

Zur Situation der Pflege erklärt Bauer:

Millionen Menschen in unserem Land sind vom Thema Pflege unmittelbar betroffen. Von den rund 2,4 Millionen als pflegebedürftig anerkannten Menschen werden zwei Drittel zu Hause und ein Drittel in stationären Einrichtungen gepflegt. Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen erwarten, dass endlich eine umfassende Pflegereform auf den Weg gebracht wird. Insbesondere die mangelnde Unterstützung der häuslichen Pflege sowie die unzureichende Vereinbarkeit von Pflege und Beruf lasten auf den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen. Zudem benötigen pflegende Angehörige dringend bessere Entlastungsstrukturen.

Pflegeberufe müssen aufgewertet werden

Zur Situation der Beschäftigten im Pflegebereich sagte Buntenbach:

Es ist dringend erforderlich, dass die Pflegeberufe aufgewertet werden. Wir fordern die Verbesserung der Personalbemessung und der Ausbildungsbedingungen, eine familienfreundliche Arbeitsplatzgestaltung und deutlich höhere Einkommen in der Pflege. Billig-Pflege darf keine Zukunft haben, denn sie endet in Chaos und Elend. Wir fordern die Bundesregierung gemeinsam auf, die Verpflichtung zur ortsüblichen Entlohnung für Pflegepersonal nicht zu kippen. Lohndumping muss bekämpft und darf nicht auch noch gesetzlich gefördert werden. Wenn es nicht gelingt, die Pflege als Berufsfeld attraktiv umzugestalten, werden wir in Zukunft neben einer zunehmend unwürdigen Pflegesituation noch einen gigantischen Fachkräftemangel haben.

Armut darf Pflege nicht gefährden

Zur Finanzierung der Pflegeversicherung stellt Döcker klar:

Gute Pflege darf nicht zum Armutsrisiko werden. Sie darf weder die Pflegebedürftigen selbst, noch deren Angehörige arm machen. Deshalb muss die Finanzierung solidarisch und paritätisch erfolgen. Wir dürfen niemanden allein lassen, der auf die Solidargemeinschaft angewiesen ist. Die Finanzierung von Pflege darf nicht zu einseitiger Belastung der Versicherten führen, wie zum Beispiel durch Kopfpauschalen oder private Zusatzversicherungen. Stattdessen muss die Einnahmebasis der Pflegeversicherung im Umlagesystem um alle Personengruppen und Einkommensarten erweitert sowie die Beitragsbemessungsgrenze angehoben werden.

Weitere Informationen zum Bündnis finden sie unter: buendnis-fuer-gute-pflege.de

Zum Themenschwerpunkt Pflege und Hilfe

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