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Buon giorno! Inclusione!

Ein EU-Programm fördert „Lebenslanges Lernen“ auch für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Das ermöglicht beispielsweise vier Behinderten aus Eschwege einen Italienischkurs und ein Praktikum in Südtirol.

Die Praktikanten bekommen Besuch vom Geschäftsführer der Lebenshilfe  Südtirol. V.l.n.r. hinten: Christina Meibohm (Betreuerin), Carolin Borschel (Betreuerin), Dr. Wolfgang Obwexer (Geschäftsführer der Lebenshilfe), André Windel (Teilnehmer), Kurt Klotz (pädagogischer Leiter des Hotels); vorne: Jessica Wieditz, Patrick Eberhardt (TeilnehmerInnen), Lars Lippenmeier (Projektmanager der Europa-Akademie)

Die Praktikanten bekommen Besuch vom Geschäftsführer der Lebenshilfe Südtirol. V.l.n.r. hinten: Christina Meibohm (Betreuerin), Carolin Borschel (Betreuerin), Dr. Wolfgang Obwexer (Geschäftsführer der Lebenshilfe), André Windel (Teilnehmer), Kurt Klotz (pädagogischer Leiter des Hotels); vorne: Jessica Wieditz, Patrick Eberhardt (TeilnehmerInnen), Lars Lippenmeier (Projektmanager der Europa-Akademie)

„Buon giorno“ und „Arrivederci“, „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ – dies sind nur einige der Worte, die vier Menschen mit Unterstützungsbedarf (so der politisch korrekte Begriff, von dem ROLLINGPLANET nicht weiß, ob der sich wirklich so toll anhört) aus dem hessischen Eschwege im Italienischkurs lernen.

Sie sind Teilnehmer der Maßnahme zur „Beruflichen Qualifizierung im Bereich Gastronomie und Service“ bei den Werraland Werkstätten. In den letzten Wochen haben sie sich intensiv mit der italienischen Sprache und Kultur beschäftigt, um nun ein dreiwöchiges Praktikum in Südtirol zu absolvieren. Die Region gilt – europaweit – als vorbildlich in Sachen Inklusion.

Während des Aufenthalts vom 1. bis 21. April 2013 leben und arbeiten die Lernenden im Integrationshotel Masatsch in Kaltern/Südtirol. Das Hotel wird von der Lebenshilfe Südtirol betrieben. Menschen mit und ohne Behinderungen arbeiten dort gemeinsam.

Vielfältiges Programm in kurzer Zeit

Die Lernenden mit Unterstützungsbedarf, die bereits Praxiserfahrung im Hotel „Kochsberg“ in Meinhard-Grebendorf und im „bistro amélie“ in Eschwege sammeln konnten, wurden auf ihren Besuch im Ausland vorbereitet.

Inhalte des Kurses vor Antritt der Reise waren die Gegebenheiten im Hotel Masatsch sowie das Packen des Koffers und Landeskunde. Zentrales Element des Kurses war die sprachliche und kulturelle Vorbereitung. Hier ging es auch darum, die wichtigsten Grundbegriffe auf Italienisch zu vermitteln.

„In Südtirol selbst ist neben Italienisch zwar auch Deutsch die Amtssprache, aber es war uns wichtig, dass unsere Lernenden etwas über die italienische Kultur erfahren. Sie sollen wissen, wie man den italienischen Gast begrüßt“, erklärt Martin Hofmockel, Diplom-Psychologe der Werraland Werkstätten und Leiter der Europa-Akademie.

Lebenslanges Lernen auch für Menschen mit Unterstützungsbedarf

Die Europa-Akademie, Institut für Teilhabe und Inklusion, ist ein Geschäftszweig der Werraland Werkstätten. Die Erwachsenenbildungsstätte mit dem Schwerpunkt Inklusion hat das Projekt „Beruflichen Qualifizierung im Bereich Gastronomie und Service“ entwickelt und geplant.

Die Lebenshilfe Südtirol ist Partnereinrichtung im Rahmen dieses Projekts und nimmt die Gäste drei Wochen im Hotel Masatsch auf. Die Maßnahme wird vom EU-Programm für „Lebenslanges Lernen“ gefördert. „Damit wird auch der Inklusionsgedanke unterstützt“, meint Hofmockel. Er freue sich für die Teilnehmer, denen so das Lernen in einem anderen Hotel ermöglicht wird, und dankte der Lebenshilfe Südtirol für die gute Zusammenarbeit.

Der Aufenthalt in Südtirol ist der Startschuss für mehrere Folgeprojekte. Dabei geht es um den Erfahrungsaustausch der Partnerorganisationen der Europa-Akademie. Die Vertreter der Organisationen haben sich im Beirat der Akademie zusammengeschlossen, um gemeinsam Inklusionsprojekte umzusetzen. Nach Möglichkeit sollen Auslandsaufenthalte künftig ein fester Bestandteil der Qualifizierungsmaßnahmen werden.

(PM)

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