Chef des Paralympischen Komitees fällt DBS und Markus Rehm in den Rücken

Empörung über Inklusionsstopp in der Leichtathletik – Sir Philip Craven trägt jedoch die rosarote Brille: „IAAF-Regeln kein Rückschlag“.

Der Brite Sir Philip Craven ist Präsident des Paralympischen Komitees  (Foto: George Santamouris, Jordan Makarof / wedtimestories.com)

Der Brite Sir Philip Craven ist Präsident des Paralympischen Komitees (Foto: George Santamouris, Jordan Makarof / wedtimestories.com)

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) schließt sich der Kritik an den neuen Regeln des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF zur Teilnahme von Sportlern mit Prothesen bei großen Wettbewerben nicht an. IPC-Präsident Sir Philip Craven sieht sie „nicht als Rückschlag“, sagte er im Interview mit der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

„Es ist nur eine kleine Zahl von Athleten, die das betrifft und die auch den Schritt zu den Nichtbehinderten machen wollen“, erklärte der Brite (Rollifahrer, ehemaliger Rollstuhlbasketball-Nationalspieler). Und die neuen Regeln besagten ja, dass sie es weiterhin dürften. „Sie müssen aber eben den Nachweis, dass sie aus ihrem technischen Equipment keinen Vorteil ziehen, selbst führen.“

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) und der deutsche Paralympicssieger Markus Rehm hatten hingegen die vom 1. November an gültigen IAAF-Regeln scharf kritisiert und dem Weltverband vorgeworfen, eine große Chance hin zu mehr Inklusion im Sport vertan zu haben. Als diskriminierend bezeichnete der DBS, dass die Athleten beweisen müssten, dass sie durch die Prothese keinen Vorteil hätten (ROLLINGPLANET berichtete: „Herber Rückschlag für Inklusion“).

Für Craven war es „nie ein großes Thema“, ob jemand ein olympischer oder paralympischer Athlet ist. „Es ist aber schon so, dass es eines unserer großen Ziele beim IPC ist, den Para-Sport weiterzuentwickeln – so dass er zukünftig Superstars hervorbringt. Und ich bin stolz auf sie, wo immer sie starten.“

(RP/dpa)

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