Contergan-Leistungen sollen endlich unbürokratischer werden

Wenn das Gesetz durchkommt, können Betroffene demnächst selbst über die Verwendung der Mittel entscheiden.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) (Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) (Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Die staatlichen Leistungen für contergangeschädigte Menschen sollen gerechter und unbürokratischer werden. Eine entsprechende Vorlage von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) hat das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen. Künftig sollen Menschen, die durch das Medikament Contergan geschädigt wurden, pauschale Zahlungen erhalten, die nach der Schwere der Schädigung bemessen werden.

Das 1957 vom Pharmaunternehmen Grünenthal auf den Markt gebrachte Schlafmittel Contergan wurde von vielen werdenden Müttern genommen. 10.000 Kinder mit schweren Missbildungen an Armen und Beinen kamen zur Welt. Die Conterganstiftung gewährt derzeit Leistungen an rund 2700 Betroffene weltweit.

Schwesig sagte, contergangeschädigte Menschen sollten die Hilfen zur freien Verfügung erhalten und damit selbst über die Verwendung der Mittel entscheiden können. Für die Einführung einer Pauschalierung ist eine Änderung des Conterganstiftungsgesetzes nötig. Bisher hatten sich Betroffene oft über die bisherige Praxis beschwert.

(RP/dpa)

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