Contergan-Opfer kündigen Hungerstreik an

Anlässlich des 55. Jahrestages der Markteinführung von Contergan in Deutschland am 1.10.1957 fordert der Untersuchungsausschuss Conterganverbrechen (U.A.C.) erneut Aufklärung und Schadensersatz.

Originalpackungen des Medikamentes Contergan (Foto: Stefan Puchner/dpa)

Der Sprecher des U.A.C., Stephan Nuding, erklärt: „Wir, die Überlebenden des Conterganverbrechens, gehören zu den am meisten diskriminierten Bevölkerungsgruppen der Bundesrepublik. Seit über fünf Jahrzehnten warten wir vergeblich darauf, dass uns Gerechtigkeit widerfährt. Stattdessen erdreistet sich der Grünenthaleigentümerclan, die Familie Wirtz aus Stolberg bei Aachen, uns medienwirksame und steuerlich absetzbare Almosen anzubieten!

Anstatt dass die Bundesregierung und das für die Contergangeschädigten zuständige Bundesfamilienministerium endlich die notwendigen Schritte unternehmen, damit wir die finanziellen Mittel erhalten, die uns zustehen, werden wir mit Ausreden, halbherzigen Gesetzesänderungen, Vertröstungen und Ignoranz bedacht. Ein Übriges trägt die katastrophale Arbeitsweise verschiedener Organe der Conterganstiftung für behinderte Menschen (Köln) zu unserem Unglück bei.

Wir stellen der Bundesregierung heute die Frage: Wie lange wollen Sie noch zuwarten? Spekulieren Sie auf eine biologische Endlösung der Contergangeschädigten?“

“Zynischer geht es nicht mehr“

Gihan Higasi, stellv. Sprecherin des U.A.C., ergänzt:

„Die Bundesregierung weiß, spätestens nach der Veröffentlichung des Zwischenergebnisses der Studie des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg in diesem Sommer, dass wir völlig unterversorgt sind! Aber anstatt zu handeln, will man in Berlin zuwarten, bis der endgültige Forschungsbericht vorliegt um dann zu entscheiden, ob, wann und wie den deutschen Conterganopfern ,geholfen‘ werden soll. Zynischer geht es nicht mehr! Wir brauchen die Hilfe hier und heute!

Bundesregierung, Familienministerium und Bundestag werden sich die Frage gefallen lassen müssen, ob es Vorsatz oder Fahrlässigkeit ist, dass sie weitere Gesundheitsschäden, Verarmung oder sogar den Tod von Mitgliedern unserer Opfergruppe in Kauf nehmen.“

„Wir haben lange genug erklärt, gebeten, bewiesen und gemahnt. Ab heute fordern wir eine sofortige und nachhaltige Verbesserung unserer Lebenssituation, die uns nach Recht und Gesetz zusteht! Notfalls gehen wir auch wieder in einen unbefristeten Hungerstreik, um auf das Unrecht aufmerksam zu machen, das uns angetan wird!“, heißt es ferner in einer Pressemitteilung der Initiative aus Bergisch Gladbach.

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

2 Kommentare

  • Willi Schroeder

    Lasst sie doch in den Hungerstreik treten bis sie alle verhungert sind. dann kann die BuReg behsupten Contergan hätte es nie gegeben.

    3. Oktober 2012 at 17:25
  • Brigitte Speer

    Hilfe meine beste Freundin will wieder in den Hungerstreik treten das darf nicht wahr sein .

    Gihan tue es Bitte nicht diese Politiker sind es nicht wert .
    Du bist doch schon so dünn Bitte Gihan du bist doch meine Freundin ich brauche dich doch .

    Frau Sybille Lauriksch ich schwöre ihnen und dem ganzen Bundesfamilienmimisterium sollte meiner Freundin was zustoßen werde ich Sie und ihren ganzen Verein wegen Fahrlässiger Tötung verklagen und wenn es das Letzte ist was ich tuen werde .

    Sie wissen alles auch ohne ihre Forschung und tun nichts .

    Zeit schinden sind Sie gut drin .

    Ich werde wenn meiner Freundin was zustößt Sie persönlich zur Rechenschaft ziehen .

    Brigitte Speer

    3. Oktober 2012 at 23:40

KOMMENTAR SCHREIBEN