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Costa-Concordia-Tragödie: Starb sie, weil sie für einen Rollstuhlfahrer auf ihren Platz im Rettungsboot verzichtete?

Vermisste Gabriele G. (Foto: Antenne Bayern)

Was für eine unglaubliche Heldentat und Menschlichkeit: Gabriele G. trat zugunsten eines Behinderten zurück – und wird seither vermisst.

Noch mehr als 20 Menschen sind nach der Havarie der „Costa Concordia“ vor der italienischen Insel Giglio vermisst – davon offiziell zwölf Deutsche. Unter ihnen ist die 52-jährige Verwaltungsangestellte Gabriele G. aus Oberasbach (Bayern). Gemeinsam mit ihrer Freundin Angelika B. urlaubte sie auf der „Costa Concordia“. An Bord waren zahlreiche Rollstuhlfahrer, die laut eines Fernsehberichts alle gerettet wurden.

Angelika B., die überlebte, schilderte dem Radiosender „Antenne Bayern“:

„Menschen prügelten sich um die Plätze in den Rettungsbooten. Als drei Rollstuhlfahrer kamen, haben wir sie vorgelassen.“ Dann seien sie plötzlich von einer auf die andere Seite des Decks gerutscht. „Es ging abwärts, dann stand das Wasser vor uns.“ Verzweifelt sucht Angelika B. jetzt nach ihrer Freundin, von der jede Spur fehlt.

Gabriele G. und Angelika B. hatten 499 Euro für ihre Kreuzfahrt bezahlt.

Schwierige Suche nach den Vermissten

Derzeit schätzt man, dass bei dem Untergang des Schiffs in der Nacht vom vergangenen Freitag auf Samstag 80 Menschen verletzt wurden. Zehn von ihnen befinden sich noch in Krankenhäusern. Der aus Bangladesch stammende Schiffskoch wurde nach einer Rückenmarksverletzung in Siena operiert. Sein zustand ist stabil, es wird jedoch befürchtet, dass er gelähmt bleiben wird, berichten die Presseagenturen.

Die Suche nach den Vermissten gestaltet sich schwieriger als gedacht, schreibt Spiegel Online. „Die Sicht ist miserabel“, zitiert das Nachrichtenmagazin den Höhlentaucher Giuseppe Minciotti, einen der vor Ort eingesetzten Spezialisten. „Gestern konnte ich meine Hand vor meinem Gesicht nicht sehen.“ Er habe nach einem vorbeiziehenden Gegenstand gegriffen und erst nach dem Auftauchen erkannt, dass es der Schuh einer Frau gewesen sei.

Foto: Wikipedia/Jean-Philippe Boulet. GNU-Lizenz für freie Dokumentation

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