""

Craig DeMartino, Jarem Frye und Pete Davis sind die behinderten Affen

Als Gimp Monkeys sind sie den El Capitan hinaufgeklettert und haben Alpingeschichte geschrieben.

50fd15def0a1f

2012gimpmonkeys1Die Gimp Monkeys (deutsch: behinderte Affen) haben drei Köpfe, fünf Arme und vier Beine. Da fehlt also etwas. Für das US-amerikanische Trio Craig DeMartino, Jarem Frye und Pete Davis ist das kein Grund, keinen Extremsport zu betreiben. Ganz im Gegenteil. „Nur Deine Einstellung setzt Dir Grenzen“, sagt Craig, „verstecke Dich nicht hinter irgendwelchen Entschuldigungen.“ Für Menschen, die sich hinter ihrer Behinderung verschanzen wollen, hat Pete einen Tipp: „Setze ein glückliches Gesicht auf, habe die richtige Einstellung – und dann ist das alles halb so wild.“

Im Jahr 2002 überlebte der Kletterer Craig DeMartino nur knapp einen 30-Meter-Absturz. Anschließend machen ihm Schmerzen das Leben zur Hölle, bis er eine schwere Entscheidung trifft. Er lässt seinen nie ganz verheilten rechten Unterschenkel amputieren. Während der Reha entwickelte Craig neuen Lebensmut und einen Plan: Mit nur einem Bein will er die schwersten Klettertouren seiner Karriere vor dem Unfall wiederholen – darunter den Aufstieg an der berühmtesten Big Wall Nordamerikas, dem El Capitan im Yosemite National Park im US-Bundesstaat Kalifornien.

Ihr Triumph im Juni 2012

4s_banff_gimp_monkeys
Zusammen mit seinen ebenfalls beinamputierten Freund Jarem Frye, der zuvor noch nie eine Big Wall geklettert war, und Pete Davis, der mit einem Arm geboren wurde, macht sich Craig auf die Tour. Er und Jarem haben sich dafür spezielle Beinprothesen anfertigen lassen.

Ihr Ziel ist selbst mit zwei Armen und Beinen pro Person eine Riesenherausforderung: Der berühmte Monolith ist mit einem Gipfel auf einer Höhe von 2307 Metern und bis zu 1000 Meter hohen Felswänden das Meisterstück jedes Extremkletterers (Craig: „Den musst Du einmal in Deinem Leben gepackt haben“.) Am 9. Juni 2012 gelingt es den Gimp Monkeys als erstes Team von behinderten Kletterern, den El Capitan zu bezwingen. Sie haben Alpingeschichte geschrieben.

Ihr achtminütiger Beitrag „Bigwall-Klettern mit Handicap“ ist einer der Höhepunkte des Festivals „Banff Mountain Film Festival World Tour“, das in 120 Minuten Outdoor- und Abenteuerfilme aus sieben Kategorien zeigt. Die Banff-Tour 2013 ist seit dem 16. Februar unterwegs in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Zuschauer entscheiden über den Gewinner. Einen Mitleidsbonus bei der Wahl wollen die Gimp Monkeys nicht: „In erster Linie sind wir Kletterer, in zweiter Linie behindert“, erklärt Craig.

(RP)

Video

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

1 Kommentar

KOMMENTAR SCHREIBEN