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„CrashAlert“: Nein, diese App ist nicht für blinde Menschen entwickelt…

…sondern für Smartphone-Victims, die vor lauter Whats App und twittern die nächste Litfaßsäule nicht mehr sehen.

Ungewöhnliche Werbekampagne: Litfaßsäulen mit Pudelmützen – was offensichtlich manchen Smartphone-Benutzern entgehen dürfte...

Ungewöhnliche Werbekampagne: Litfaßsäulen mit Pudelmützen – was offensichtlich manchen Smartphone-Benutzern entgehen dürfte…

Warnung vor einem Zusammenprall? Erst haben wir von ROLLINGPLANET gedacht, das wäre eine Innovation für blinde Menschen. Weit gefehlt: Crash Alert soll eine App für spazierende Menschen werden, die so sehr in ihr Smartphone vertieft sind, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes Gefahr laufen, gegen eine Litfaßsäule zu knallen.

Forscher an der kanadischen University of Manitoba arbeiten mit „CrashAlert“ an einem System, das eben solche Warnungen für mobile Geräte ermöglicht. „Die Leute werden nicht aufhören, beim Gehen zu simsen. Um Handys an unsere neuen alltäglichen Gewohnheiten anzupassen, müssen sie uns bei dem unterstützen, was sie uns nehmen, wie periphäres Sehen“, so der Informatik-Postdoc Juan-David Hincapié-Ramos gegenüber „Technology Review.“ Spätestens jetzt hat ROLLINGPLANET erkannt: In was für einer modernen Welt wir doch leben!

Premiere auf dem CHI-Kongress 2013

Der CrashAlert-Prototyp, den das Team aus Manitoba Anfang Mai allen Ernstes im Rahmen des Computer-Kongresses CHI 2013 (27. April bis 2. Mai in Paris) näher vorstellen wird, nutzt ein Sieben-Zoll-Tablet mit aufmontiertem Kinect-Sensor und hat sich laut den Entwicklern bereits bei Tests in in der Uni-Kantine bewährt.

Die Idee hinter CrashAlert ist einfach. Geeignete Abstands-Warnungen auf dem Bildschirm sollen verhindern, dass in ihre mobile Geräte vertiefte Nutzer in die nächste Straßenlampe, den Pfosten eines Verkehrszeichens oder andere Hindernisse laufen. Um das zu ermöglichen, erfasst eine 3-D-Kamera den Abstand zu Objekten und Personen in der Umgebung. Die zugehörige Software blendet dann möglichst wenig störende, aber doch gut bemerkbare Hinweise auf dem Display ein.

ROLLINGPLANET mit einem revolutionären Vorschlag: Wie wäre es damit? Augen auf, so lange Sie noch etwas sehen!

A propos Litfaßsäule (für alle User, die ROLLINGPLANET nicht so genau kennen, wir sind ein Magazin für Menschen mit Behinderung, wir dürfen deshalb Witze über uns machen): Wie bringst Du einen Blinden zum Wahnsinn, der Dich nach einem Weg fragt? Stell’ ihn an eine Litfaßsäule und sag ihm, immer der Wand entlang.

(RP/pte)

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2 Kommentare

  • Willi Schroeder

    Traurig dass es jetzt noch eine App geben soll welche die Aufmerksamkeit verringert weil sich jeder in (trügerische) Sicherheit wiegelt. Kann man den Hersteller solch einer App verklagen wenn man von einem zu schnell fahrenden Auto erfasst wird oder warnt die App auch vor solchen Gefahren ???

    16. April 2013 at 14:27
  • Michael Streit

    Es gibt ja schon eine ähnliche App für SMS. Da wird als Hintergrundbild die Kamera aktiv, man sieht also beim Gehen auch beim Schreiben wohin man geht. Sofern man das Handy nicht nach unten richtung Boden hält 😉

    16. April 2013 at 15:28

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