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DAAD fördert internationales Studium von Menschen mit Behinderung

Chancengleicher Zugang zu allgemeiner Hochschulbildung: Finanzielle Unterstützung und verstärkte Aufklärungsarbeit beschlossen.

Musterbeispiel: Die Rollstuhlbasketball-Nationalspielerin Mareike Adermann studiert an der University of Wisconsin-Whitewater in den USA. (Foto: dpa)

Musterbeispiel: Die Rollstuhlbasketball-Nationalspielerin Mareike Adermann studiert an der University of Wisconsin-Whitewater in den USA. (Foto: dpa)

Auf die Möglichkeiten für Menschen mit Behinderung, einen Teil ihres Studiums oder Forschungsprojekte im Ausland zu gestalten, hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hingewiesen.

„Gerade Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten sind in besonderem Maße auf hohe Qualifikation angewiesen, um ihre Chancen auf einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Arbeitsplatz zu stärken“, heißt es aus dem Verband.

Der DAAD fördert den studentischen und akademischen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland. Er ermöglicht damit Zugänge zu den besten Studien- und Forschungsmöglichkeiten weltweit.

DAAD und Behindertenrechtskonvention

Der DAAD unterstützte die Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention nach einem inklusiven Bildungssystem, das die chancengleichen Studienbedingungen für Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten einschließt: „Durch die spezifischen Fördermöglichkeiten des DAAD möchten wir diese Menschen ermutigen, einen Teil ihres Studiums im Ausland zu verbringen und internationale Kontakte zu knüpfen“, betonte DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel.

Um auf die unterschiedliche Vielfalt an Bedürfnissen von Studierenden eingehen und eine gesicherte Studienfinanzierung gewährleisten zu können, stellt der DAAD finanzielle Mittel für auslandsbedingte und durch eine Behinderung oder chronische Erkrankung begründete Mehrkosten zur Verfügung, die sonst durch keinen anderen Kostenträger gedeckt würden.

Dies gelte sowohl für die individuelle Personenförderung als auch die vielfältige Projektförderung. Zudem habe sich der DAAD in der Vergangenheit aktiv dafür eingesetzt, den Versicherungsschutz für alle seine Stipendiaten zu verbessern und werde dies auch weiterhin tun.

Lücken im System

Eigenen Angaben zufolge reagiert der DAAD damit auf eine wichtige Lücke im System. Wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Studienaufenthalt im Ausland sei eine gesicherte Studienfinanzierung, die nicht nur die Ausbildungs- und Lebenshaltungskosten berücksichtige, sondern auch alle behinderungsbedingt anfallenden Zusatzkosten abdecke, zum Beispiel für die medizinische Versorgung, für Pflegeleistungen oder eine erforderliche Studienassistenz.

Bund, Länder und Sozialleistungsträger sollten laut dem DAAD für entsprechende Rahmenbedingungen sorgen. Noch seien aber die sozialrechtlichen Regelungen nicht ausreichend an moderne Bildungsverläufe angepasst.

Finanzielle Förderung und Aufklärung

Im Rahmen seiner Mitgliederversammlung im Juni dieses Jahres hat der DAAD die Empfehlungen „Mobilität mit Behinderung und chronischer Krankheit“‘ (hier nachzulesen) herausgegeben, um bei den Mitgliedsuniversitäten für das Anliegen zu werben.

Außerdem arbeite der DAAD an einer Verbesserung des eigenen behindertengerechten Internetauftritts, an zentralen Informations- und Beratungsbroschüren zur Thematik sowie an der Schulung kompetenter Ansprechpartner.

Big Player

Der DAAD ist eine Gemeinschaftseinrichtung der deutschen Hochschulen und Studierendenschaften zur Pflege ihrer internationalen Beziehungen und wurde 1925 gegründet. Sie ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern.

Im vergangenen Jahr verfügte der DAAD über ein Budget von 411 Millionen Euro (Auswärtiges Amt: 178 Mio. Euro, Bundesministerium für Bildung und Forschung: 99 Mio. Euro, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 38 Mio. Euro, Europäische Union: 58 Mio. Euro, Sonstige: 38 Mio. Euro).

(RP/PM)

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