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Damit sich was ändert: Behinderte und nicht-behinderte Schüler werden gemeinsam lernen

Die nordrhein-westfälische Schulministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (Bündnis90/Grüne) hat die Einführung eines gemeinsamen Unterrichts für behinderte und nicht-behinderte Schüler für unverzichtbar erklärt.

„Das Lernen von behinderten und nicht-behinderten Kindern funktioniert, wenn man es will. Es geht aktuell nicht mehr um das ‚Ob‘, sondern nur noch um das ‚Wie'“, sagte Löhrmann in der WDR 5-Diskussionsrunde „Stadtgespräche“, die heute abend von 20.05 bis 21 Uhr gesendet wird.

Länder in der Pflicht

An der Veranstaltung in einem Dortmunder Gymnasium nahmen Eltern und Lehrer teil. Die Ministerin verwies auf die Unterzeichnung der UN-Behindertenkonvention durch die Bundesregierung und die verpflichtende Umsetzung durch die Länder. Sie wisse genau um die Sorgen von Eltern und sehe auch, dass es bei jedem Veränderungsprozess Probleme gebe. Deshalb werde es bei der Umsetzung längere Übergangsfristen geben.

„Wir wollen das Schulsystem nicht von heute auf morgen auf den Kopf stellen. Es wird einen geordneten Umbauprozess geben, denn wir sehen die Notwendigkeit des Grundsatzes ‚Sorgfalt vor Schnelligkeit‘. Die Inklusion ist eine Generationenaufgabe und wir werden mit Vorreiterschulen beginnen“, erklärte die Schulministerin. Der Landtag werde dies alles in nächster Zeit in Gesetzesform gießen.

Schüler entwickeln sich positiv

Die gemeinsame Entwicklung der Schüler in „inklusiven Schulen“ sah Löhrmann grundsätzlich positiv. „Gemischte Milieus sind wesentlich besser für die Lernleistungen – sowohl von behinderten wie von nicht-behinderten Schülern“, zeigte sich die Grünen-Politikerin überzeugt. Bei allen Debatten gehe es auch um einen veränderten Blick auf die Kinder und Jugendlichen.

„Wir sollten potential- und nicht defizitorientiert auf die Schüler schauen“, sagte Löhrmann. Sie sehe in der „inklusiven Schule“ große Möglichkeiten, die gesellschaftliche Perspektive hinsichtlich der Schulergebnisse zu ändern. Auseinandersetzungen über die Schule wolle sie in NRW vermeiden. „Wir brauchen jetzt sicherlich keine polarisierende Diskussion.“ Auch speziell fördernde Pädagogik, die auf individuelle Nachteile von Schülern eingehe, stehe keineswegs zur Disposition. „Wir werden auch in Zukunft eine qualitative Sonderpädagogik benötigen“, so Löhrmann.

Themenschwerpunkt Inklusion in Schulen

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