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Das gilt auch für Günther: Bei Höhenreisen nur 300 bis 500 Meter pro Tag überwinden

Wenn’s hoch geht, empfiehlt der Experte Akklimatisierung und eine „Jojo-Taktik“.

Erschöpft! So geht es aber nicht, wie unser Kollege Bacherer seine Tochter Elaine den Berg hinaufgeprügelt hat. Im Hintergrund ist das Rifugio Valparole auf der Passhöhe und davor das ehemalige Fort (jetzt Museum) zu erkennen.

So geht es aber nicht, wie unser Kollege Bacherer seine Tochter Elaine den Berg hinaufgeprügelt hat. Im Hintergrund ist das Rifugio Valparole auf der Passhöhe und davor das ehemalige Fort (jetzt Museum) zu erkennen.

Das ist eine Nachricht für unseren ROLLINGPLANET-Kollegen Günther Bacherer (aber natürlich auch für Sie), den Klettermaxen in unserer Redaktion. Von seinem Ausflug zum Sass de Stria (Hexenstein, 2477 Meter) schwärmte er uns vor: „Es folgten drei schöne Seillängen, die richtig Spaß machten. Nicht schwer, aber hübsch ausgesetzt. Dann wurde es schlagartig kalt, windig und nass. Der Fels ist schmierig und sandig, die Finger sind klamm, das Vergnügen wird fragwürdig. Ich drückte aufs Tempo, verzichtete auf Zwischensicherungen und leider auch auf die Attraktion der Tour – die letzte schöne Seillänge durch die markante Rissverschneidung.“

Ganz so kräftig sollte Günther nicht aufs Tempo drücken, wenn es noch weiter nach oben geht – Urlauber, die in Höhenlagen von mehr als 2500 Metern reisen, sollten sich vor Ort ausreichend Zeit für die Akklimatisierung nehmen. „Die langsame Anpassung an die sauerstoffärmere Umgebung ist der Schlüssel zu einem sicheren Aufenthalt in der Höhe“, erklärt Rainald Fischer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin in Berlin. Bei täglichen wechselnden Aufenthaltsorten sollte der Schlafplatz nicht mehr als 300 bis 500 Meter höher liegen als in der Nacht zuvor.

Fischer empfiehlt eine „Jojo-Taktik“: Tagsüber dürften Bergsteiger sich durchaus in höhere Gegenden begeben, aber sie sollten nie mehr als 300 bis 500 Meter höher übernachten als zuvor. Alle 1000 Meter Höhenunterschied legen sie am besten einen zusätzlichen Ruhetag ein. Wer diese Empfehlungen ignoriert, riskiert eine akute Bergkrankheit und andere Höhenkrankheiten. Grund ist der geringere Sauerstoffgehalt in der Höhenluft.

(RP/dpa)

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1 Kommentar

  • Günther Bacherer

    Dass die Höhenakklimatisation für Berge ab 3000m die „halbe Miete“ für den Gipfelerfolg ist, wissen wir Alpinisten schon seit Jahrzehnten.. Die unangenehmen Begleiterscheinungen bei unangepasstem Verhalten wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen etc. sind ja eher harmlos. Tückisch sind Lungen- und Hirnödem, denn die führen im ungünstigen Fall zu Schlaganfall, Lähmung und Tod.
    Auf der Hexenstein-Tour war das natürlich kein Thema. Aber nächstes Jahr wollen wir auf den Montblanc ( 4810m). Da werden wir uns von Chamonix ( ca. 1000m) in 3 Etappen mit Übernachtungen auf der Tête Rousse-(3167m) und Goûter-Hütte (3817m) gemütlich hinaufarbeiten. Dieses Jahr gibt’s zur Vorbereitung ein ige Dreitausender zu besteigen.
    Wer mehr über kleine alpine Abenteuer wissen möchte, ist auf einen Abstecher zu http://la-corde.de eingeladen.

    26. Februar 2013 at 22:20

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