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Das nächste Exoskelett ist da: Soft Exosuit wiegt weniger als alle anderen

Forscher wollen ihre Entwicklung in Kleidungsstücke integrieren. Werden Rollstuhlfahrer demnächst zu Spidermännern?

Hier steckt ein Rolli drin: Spider-Man (Foto: Wallpapers Wala)

Hier steckt ein Rolli drin: Spider-Man (Foto: Wallpapers Wala)

Nach den bisher bekannten Modellen aus den USA (Ekso Bionics, Ekso) und Israel (Argo Medical Technologies, „ReWalk“) haben nun auch Forscher des Wyss Institute for Biologically Inspired Engineering der Harvard University (USA) eine roboterhafte Neuerung vorgestellt.

Das „Soft Exosuit“ besteht aus mehreren Gurten und Schläuchen, welche die Beine des Trägers umhüllen. Der Anzug besteht ausschließlich aus flexiblen Membranen. Außerdem verfügt er an Knöcheln, Knien und Hüften über pneumatische Antriebe. Die Motoren des Soft Exosuit werden durch einen rückseitig montierten Druckluftkompressor betrieben.

Besonders interessant: Das Soft Exosuit ist ungewöhnlich leicht – es wiegt nur 7,5 Kilogramm. Im Vergleich dazu sind Ekso (23 Kilogramm) und ReWalk (25 Kilogramm) echte Schwergewichtler. Auch deshalb sind derzeitige Exoskelette kaum für den Alltag denkbar – sie sind vor allem für den Einsatz in Kliniken bestimmt.

Wie ein Spinnennetz

Soft Exosuit: Test auf dem Laufband (Foto: Wyss Institute)

Soft Exosuit: Test auf dem Laufband (Foto: Wyss Institute)

Anders könnte es sich beim Soft Exosuit verhalten. Die Vorrichtung kann wie eine Hose übergezogen werden. Die Harvard-Entwicklung könnte laut den Technikern später auch für Rollstuhlfahrer geeignet sein, wurde aber zunächst dafür entwickelt, um den Transport schwerer Lasten zu erleichtern.

20130628001„Man kann sich diese Konstruktion wie ein Spinnennetz vorstellen, das in eine eng anliegende Hose integriert ist“, lässt sich Projektleiter Conor Walsh vom Wyss Institute in einem NBC-Bericht zitieren (links: Datstellung des technischen Prinzips, Foto: Wyss Institute).

Er hofft, die Vorrichtung – die künstlichen Muskeln ähneln soll – bald in ein Kleidungsstück zu integrieren, damit diese zu einer Art zweiten Haut avancieren kann.

Von diesem Ansatz könnten vor allem Personen profitieren, die aufgrund einer Muskelverletzung stark eingeschränkt oder nicht in der Lage sind, eigenständig zu gehen. Auch für Soldaten und Sportler wäre eine derartige Stütze des Körpers im Zuge einer Rehabilitation von Vorteil.

(RP/pte)

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1 Kommentar

  • Mario Bärwolf

    hört sich auf alle Fälle schon mal interessanter, mal sehen wie es in der Praxis dann aussehen wird

    30. Juni 2013 at 10:17

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