Das sind die Behindertensportler des Jahres 2011

Anna Katharina Schaffelhuber (Ski-Alpin), Gerd Schönfelder (Ski-Alpin) und die Nationalmannschaft der Basketball-Damen haben das Rennen gemacht. Sie wurden am Samstag im Deutschen Sport- und Olympiamuseum in Köln als Behindertensportler des Jahres 2011 geehrt.

Anna Schaffelhuber: Hat jetzt nicht nur das Abi. Foto: Privat

Anna Katharina Schaffelhuber

Für sie bedeutete die Auszeichnung der krönende Abschluß eines supererfolgreichen Jahres: Sie holte 2011 bei der Weltmeisterschaft des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) in Italien drei mal Gold (Slalom, Riesenslalom und SuperKombination), einmal Silber im TeamEvent und belegte den vierten Platz in SuperG und Abfahrt. Außerdem schaffte die 18-jährige Regensburgerin in diesem Jahr ihr Abitur. Sie setzte sich bei der Wahl gegen Birgit Kober und Andrea Rothfuß durch.

Hat es schon wieder gemacht: Gerd Schönfelder gewinnt nach 2010 auch 2011. Foto: Privat

Gerd Schönfelder

Wie schon im vergangenen Jahr wurde er 40-jährige Oberpfälzer auch dieses Mal Behindertensportler des Jahres. Er gewann bei sechs Paralympics- und fünf WM-Teilnahmen insgesamt 30 mal Gold. Mit 22 paralympischen Medaillen, davon 16 goldenen, ist er erfolgreichster Teilnehmer der Paralympics in die Geschichte des Behindertensports. Im vergangenen Jahr war er als erster deutscher Sportler mit dem Juan Antonio Samaranch IOC Disabled Athlete Award ausgezeichnet worden. Nominiert für die Behindertensportlerwahl in diesem Jahr wurde Schönfelder aufgrund seiner Erfolge bei der IPC-Weltmeisterschaft im italienischen Sestriere im Januar 2011. Dort errang er zwei mal Gold in der Königsdisziplin der Abfahrt und im SuperG sowie dreimal Silber in der Kombi, dem Slalom und im Teamwettbewerb und eine Bronzemedaille im Riesenslalom. Er setzte sich gegen Heinrich Popow und Daniel Christian Simon durch.

Nationalmannschaft der Basketball-Damen

Einmal mehr wurde das Team von Trainer Holger Glinicki 2011 Europameistermeisterinnen, wobei dieses Mal viele neue junge Aktive dabei waren. Folgende Nationalspielerinnen konnten sich nun auch über die Auszeichnung zum Behindertensportler des Jahres 2011 freuen: Mareike Adermann (University of Wisconsin, USA), Nadine Bahr (Hamburger SV City News), Annabel Breuer (Ulmer Sabres), Britt Dillmann (RSV Lahn-Dill), Heike Friedrich (Mainhatten Skywheelers), Maria Kühn (SV reha Augsburg), Maya Lindholm (Hamburger SV), Marina Mohnen (Köln 99ers), Edina Müller (Hamburger SV), Gesche Schünemann (RSV Lahn-Dill), Johanna Welin (USC München), Annika Zeyen (University of Alabama, USA). Das Nachsehen hatten die Mannschaften der Basketball Männer und Ruder.

„Stellvertretend für Breiten- und Rehabilitationssport“

Vor 300 Gästen erklärte der Präsident des Deutschen Behindertensportverbands (DBS), Friedhelm Julius Beucher: „Wir haben eine schon erfolgreiche Nachwuchssportlerin und ein bewährtes Ski-As sowie ein konstantes Team ausgezeichnet. Damit zeigen wir die ganze Breite unseres Behindertensports. Unsere Spitzensportler/innen stehen stellvertretend für die vielen, die unter unserem Dach am Breiten- und Rehabilitationssport teilnehmen.“

Ehrenpreis für Horst Köhler

Der DBS überreichte zum ersten Mal einen Ehrenpreis an eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Die Auszeichnung erhielt Bundespräsident a.D. Horst Köhler, der selbst eine behinderte Tochter hat und sich während seiner Amtszeit bereits früh für den Behindertensport einsetzte.

Zwei Wochen lang konnten User im Internet auf den Seiten dbs-sportlerwahl.de, kicker.de, sport1.de sportschau.de und zdfsport.de abstimmen. Wie viele Stimmen insgesamt abgegeben wurden, ist nicht bekannt. Vom 15.11. bis 17.11.2011 hatte das ZDF-Morgenmagazin die nominierten Sportler und Sportlerinnen vorgestellt.

Unterstützt wurde die Veranstaltung „Behindertensportler 2011“ von den Unternehmen Otto Bock HealthCare, Deutsche Telekom, Allianz, Audi, Deutsche Bahn AG, Deutsche Lufthansa und der Bundesvereinigung Deutscher Apotheker (ABDA).

„Hoffen auf Erfolg bei den Paralympics 2012“

Schmidt und Köhler

„Die Leistungen der Athletinnen und Athleten sind phänomenal und oft Weltklasse. Die Wahl der Behindertensportler des Jahres ist eine gute Gelegenheit, die einzelnen Menschen und ihre Motivation besser kennenzulernen“, sagte Friedemann Schmidt, Vizepräsident der ABDA, der den Ehrenpreis des DBS an Bundespräsident a.D. Horst Köhler übergeben durfte. „“Wir setzen große Hoffnungen in unsere Sportlerinnen und Sportler bei den Paralympics 2012 in London. Auch im Breiten- und Nachwuchssport werden wir den integrativen Weg gemeinsam weitergehen“, betonte er das Engagement der ABDA.

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