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Das unglaubliche Spiel des Dirk Passiwan

Faustdicke Pokalüberraschung im Rollstuhlbasketball: Trier wirft Zwickau aus dem Rennen – dank eines Weltklassespielers.

Dirk Passiwan zeigte einmal mehr eine Weltklasseleistung. (Archivfoto: Goldmann Dolphins Trier)

Mit der letzten Viertelfinalbegegnung im DRS-Pokal komplettierte sich am Samstagabend das Teilnehmerfeld des Final Four in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover (23.-24.3.2013).

Neben den bereits qualifizierten Teams Mainhatten Skywheelers, Titelverteidiger RSV Lahn-Dill und Gastgeber Hannover United zogen nun auch die Goldmann Dolphins Trier in die Endrunde um den Deutschen Pokal 2013 ein. Mit einem berauschenden 100:91-Erfolg über Favorit RSC-Rollis Zwickau sorgte das Team von der Mosel dabei für eine faustdicke Pokalüberraschung.

Unglaubliche 58 Punkte ihres Topscorers Dirk Passiwan sorgten bei einer mannschaftlich geschlossenen Leistung auf Seiten der Gastgeber für das Aus des RBBL-Tabellenführers aus Sachsen, der damit die Hoffnungen auf den ersten Titel seit fünf Jahren begraben muss.

Dolphins mit starkem Start

Jubel bei Trier: Tyler Saunders (vorne) und Brad Baugh nach ihrem Sensations-Erfolg. (Foto: H. Nickels)

Um 20.08 Uhr war die Sensation in der Sporthalle Wolfsberg am gestrigen Samstagabend perfekt. Spieler und Fans von Trier umarmten sich und konnten ihr Glück kaum fassen.

In einer auf hohem Niveau und einer enormen Offensiv-Power auf beiden Seiten geführten hochklassigen Partie bezwangen die seit Wochen personell arg dezimierten Dolphins den zweifachen Pokalsieger, Bundesliga-Tabellenführer und amtierenden Vizemeister aus Zwickau mit 100:91 (25:20; 51:48; 74:68) knapp, aber verdient. Lediglich drei Einwechselspieler standen den Trierern zur Verfügung, die von ihren 200 Fans in einem wahren Pokal-Fight bis zum Ende bedingungslos unterstützt und in den Schlussminuten mit stehenden Ovationen gefeiert wurden.

Die Partie begann mit hoher Intensität, die über die ganze Spieldauer auf beiden Seiten nie abreißen sollte. Die Dolphins erwischten schon im 1. Spielviertel den etwas besseren Start, konnten hochprozentiger Punkten und so bereits für viele überraschend nach den ersten zehn Spielminuten eine Führung behaupten (25:20), die sie im weiteren Spielverlauf nicht mehr abgeben sollten.

Die Führung hatte auch zur Halbzeit weiterhin Bestand (51:48), und wer nun glaubte, die Gastgeber würden dem Druck über die gesamte Spieldauer nicht standhalten, sollte an diesem Abend eines besseren belehrt werden.

Schwache Defensive auf beiden Seiten

Der Gast, der keineswegs unter Wert spielte, angetrieben von seinem britischen Nationalmannschafts-Trio Ghaz Choudry, Ade Orogbemi und Matt Sealy sowie Center Adam Erben, versuchte nach der Halbzeit dem Spiel eine entscheidende Wende zu geben.
Mit 77:71 ging es schließlich in die letzten zehn Spielminuten, beide Mannschaften agierten weiterhin auf höchstem Niveau, wenn es was zu bemäkeln gab, dann höchstens die Defensivleistungen auf beiden Seiten, die das ungewöhnlich hohe Resultat ermöglichten. Trotz zwei aufeinanderfolgender Dreipunkteerfolge des starken Orogbemi in der Schlussminute änderte sich nichts mehr an der überraschenden Niederlage der Sachsen, die Dolphins ließen sich nicht mehr den Sieg nehmen.

Das beste Trierer Team aller Zeiten?

Nicht wenige behaupten, noch nie so ein gutes Trierer Team seit mittlerweile 17 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit gesehen zu haben. Dabei überrragend war der sich seit Wochen in absoluter Weltklasseform befindliche Spielertrainer Dirk Passiwan, der der überragende Mann des Abends werden sollte. Neben 58 Korbpunkten verbuchte er 15 Rebounds und zehn Assists. Auch die Mitspieler Brad Baugh (13), Kim Robins (12) und Tyler Saunders (10) konnten zweistellig punkten.
Bester Schütze bei den Zwickauern: Ghaz Choudry (35 Punkte).

Der „Man of the Match“ Passiwan: „Der ganzen Mannschaft gehört mein Lob. Wir waren eine verschworene Einheit und haben stets an die Sensation geglaubt. Das ,Final Four‘ ist eine echte Prestigeveranstaltung für uns und eine zusätzliche Belohnung für ein Team, dass Woche für Woche im Training Gas gibt und sich stets im Laufe der Saison weiter entwickelt hat. Ich glaube, wir haben langsam den Anschluss an die absolute deutsche Spitze hergestellt.“

Alles noch völlig offen

Tatsächlich unterstreicht der Erfolg der Trierer, wie ausgeglichen die deutsche Spitze besetzt ist, so dass wie in der Meisterschaft auch im DRS-Pokal das Rennen vollkommen offen erscheint.

Im Halbfinale des Cupwettbewerbs kommt es am Samstag, 23. März, zu den Duellen zwischen Gastgeber Hannover United und den Mainhatten Skywheelers (15:30 Uhr) sowie zwischen Titelverteidiger RSV Lahn-Dill und den Goldmann Dolphins Trier (18:00 Uhr). Einen Tag später steigt dann um 14:30 Uhr das 29. Endspiel um den Deutschen Pokal in Hannover-Stöcken.

(PM/aj)

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