„Delaram“: Eine Oase für Frauen in Kabul

Gehörlose und Hörende arbeiten zusammen – das Zentrum für Frisur, Maniküre und Pediküre trägt sich inzwischen selbst.

Eine Kundin erhält im „Delaram“ eine unstvolle Hennabemalung für eine Hochzeit.  (Foto: Shelter Now)

Eine Kundin erhält im „Delaram“ eine unstvolle Hennabemalung für eine Hochzeit. (Foto: Shelter Now)

Aus einem Ausbildungsprojekt ist ein erfolgreiches Geschäftsmodell geworden. Das durch das internationale christliche Hilfswerk Shelter Now 2009 in Kabul gegründete Frauenzentrum „Delaram“ (deutsch: „Friedvolles Herz“) trägt sich jetzt wirtschaftlich selbst. „Delaram“ ist für afghanische Frauen eine Oase inmitten der Hauptstadt: Hier können sie eine neue Frisur, Maniküre, Pediküre, Make-up, Kosmetikberatung oder Massage bekommen. Das Besondere: Drei der sechs afghanischen Mitarbeiterinnen des Salons sind gehörlos.

In dem Zentrum sind die Frauen völlig unter sich – Männer haben keinen Zutritt. „Das gibt den Damen ein hohes Maß an Sicherheit, sie sind völlig entspannt und müssen sich endlich einmal um gar nichts kümmern“, sagt Shelter Now-Direktor Udo Stolte. Normalerweise seien die Frauen in Afghanistan für Kinder, Haushalt „und überhaupt alles“ verantwortlich. Manche Damen lassen sich im „Delaram“ auch für eine Hochzeit oder eine andere Feier hübsch machen. Unter den Kundinnen gelte der Salon als der beste seiner Art in Kabul, so Stolte.

Die gehörlosen Mitarbeiterinnen hatten in dem ebenfalls von Shelter Now betriebenen Gehörlosenzentrum in Kabul und im „Delaram“ eine entsprechende Ausbildung absolviert. Durch ihre Tätigkeit im Salon verdienen sie eigenes Geld und müssen ihre Väter, Brüder oder Onkel nicht darum bitten. „Das bedeutet für sie als Menschen mit Behinderung eine immense Aufwertung innerhalb der afghanischen Gesellschaft“, erklärt Stolte. Dadurch steige auch das Selbstbewusstsein der jungen Frauen.

(RP/PM)

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