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Demenz: Männer erkranken früher – aber weniger vollständig

(Foto: günther gumhold/pixelio.de)

Wissenschaftler stellen bei der Erkrankung einen Unterschied zwischen den Geschlechtern fest – und erhoffen sich dadurch Erkenntnisse für die Behandlung.

(pte) – Obwohl mehr Frauen als Männer an einer Demenz erkranken, scheint es laut einer Studie der Mayo Clinic so zu sein, dass Männer einem höheren Risiko erster Symptome ausgesetzt sind. Es ist derzeit nicht bekannt, warum weniger Männer vollständig erkranken. Das Wissen um die dafür zugrunde liegenden Mechanismen könnte laut den Archives of Neurology Schlüssel im Kampf gegen diese Krankheit sein. Experten wie Marie Janson von Alzheimer’s Research UK hoffen, dass es mit diesen Forschungsergebnissen möglich sein könnte, das Fortschreiten einer Demenz zu stoppen.

Männer widerstandsfähiger

Die Wissenschaftler beobachteten drei Jahre lang den Gesundheitszustand von fast 1.500 älteren Männern und Frauen. In diesem Zeitraum zeigten viel mehr Männer Anzeichen leichter kognitiver Störungen. 72 von je 1.000 Männern waren betroffen und 57 von 1.000 Frauen. Es wurden mehrere Faktoren berücksichtigt. Dazu gehörten Alter, Ausbildung und Familienstand. Der Unterschied zwischen Männern und Frauen blieb jedoch bestehen. Studien sind nun nötig, um herauszufinden, ob und warum Männer widerstandsfähiger gegen die Krankheit sind.

Laut Janson ist ein Hauptziel der Forschung herauszufinden, warum manche Menschen mit leichten kognitiven Störungen an einer Demenz erkranken und andere nicht. Es könnte sein, dass weniger Männer ein Alter erreichen, in dem die Demenz fortschreitet. Es ist bekannt, dass Frauen eher länger leben als Männer. Manche Experten gehen davon aus, dass der Unterschied allein durch das Geschlecht erklärt werden kann. Studien haben gezeigt, dass das Geschlecht einen Einfluss darauf hat, wie zum Beispiel auch Sport sich auf Körper und Geist auswirkt.

Verbesserung der Diagnostik

Bei Frauen wirkt sich Sport eher in Hinblick auf die Sterblichkeit positiv aus. Männer profitieren eher im kognitiven Bereich. In einem begleitenden Artikel schreibt Kenneth Rockwood von der Dalhousie University, dass leichte kognitive Störungen bei Männern nur ein unvollständiges Krankheitsbild ergeben. In Wechselwirkung damit haben sie mehr Widerstandskraft gegen die Krankheit.

„Das Frühstadium bei Männern könnte wichtige Hinweise darauf liefern, wie eine Prävention aussehen sollte.“ Derek Hill vom University College London betont, dass es beim Auftreten einer klinischen Demenz für eine Behandlung bereits zu spät sein kann. „Diese Studie zeigt, dass leichte kognitive Störungen durch eine komplexe Mischung von Faktoren verursacht werden und dass sie sehr verschieden auftreten und fortschreiten. Diese Informationen könnten bei der Verbesserung der Diagnostik entscheidend helfen.“

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