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Demnächst in der Apotheke: Ein Code gegen gefälschte Arzneimittel

Die Pharmabranche will für mehr Sicherheit sorgen. Hände weg vor dubiosen Quellen im Internet, lautet die Botschaft.

Verpackung mit 2-D-Datamatrix-Code (Foto: Prozesstechnik Online)

Verpackung mit 2-D-Datamatrix-Code (Foto: Prozesstechnik Online)

Angesichts hunderttausender Arzneimittelfälschungen richten deutsche Pharmabranche und Apotheker ein System zum Schutz für die Patienten ein. Bei dem sogenannten securPharm-System wird jede Packung mit einem Code bedruckt und so bei der Abgabe an den Patienten automatisch überprüft, wie die bei securPharm zusammengeschlossenen Verbände am Donnerstag in Berlin mitteilten. Es sind die Herstellerverbände BAH, BPI und vfa, der Großhandelsverband PHAGRO und der Apothekerverband ABDA.

So soll es mit dem Code funktionieren

Beim securPharm-System machen Arzneimittelhersteller jede Packung zu einem Unikat, indem sie einen quadratischen Data Matrix Code aufdrucken, der eine individuelle Nummer (randomisierte Seriennummer) enthält. Alle vergebenen Nummern speichern sie in einer gemeinsamen Hersteller-Datenbank.

Später, in der Apotheke, wird der Code jeder Packung direkt vor der Abgabe an den Patienten verifiziert, d.h. gescannt und damit in der Hersteller-Datenbank abgefragt. Bei Unstimmigkeiten (Seriennummer nicht vergeben oder schon bei einer anderen Packung gescannt worden) erhält der Patient eine andere Packung des gleichen Medikaments, die beanstandete Packung wird einbehalten und der Fälschungsverdacht untersucht.

Quelle: securPharm

Sorgen macht den Behörden allerdings weniger der legale Vertriebsweg, sondern der illegale Markt vor allem im Internet. Die deutschen Zollfahnder haben allein 2012 rund 321.000 gefälschte Arzneimittel im Wert von 4,8 Millionen Euro beschlagnahmt.

Seit fünf Monaten im Test

Seit fünf Monaten laufe das Sicherheitssystem in einem Test, so die Verbände. Beteiligt hätten sich mehr als 280 Apotheken und 24 Pharmaunternehmen. Die bereits hohe Sicherheit der legalen Vertriebskette werde weiter verbessert, sagte der Sprecher des securPharm-Vorstands, Reinhard Hoferichter. Bis zum Jahr 2017 solle das System flächendeckend aufgebaut sein.

Bei Unstimmigkeiten bekämen die Patienten eine andere Packung des gleichen Medikaments. Die beanstandete Packung werde einbehalten, der Fälschungsverdacht untersucht. Grundlage ist eine EU-Fälschungsrichtlinie, die vorschreibt, dass jede Packung ab 2017 Sicherheitsmerkmale tragen muss, mit denen sie auf Echtheit geprüft werden kann.

In Entwicklungsländern bis zu jedes zweite Medikament gefälscht

In den Entwicklungsländern sind nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation bis zu 50 Prozent der vertriebenen Arzneimittel Fälschungen. Auch in Deutschland hatte die Zahl der Fälschungen in den vergangenen Jahren stark zugenommen.

Vor allem Lifestyle-Produkte wie Potenz- oder Haarwuchsmittel, aber auch AIDS- und Krebsmedikamente oder Antibiotika wurden immer wieder als Fälschungen gefunden. Die Spannbreite reicht von Präparaten in gefälschter Verpackung bis zu Mitteln ohne Wirkstoff.

(dpa)

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