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Den Stillen eine Stimme geben

Es gibt Menschen unter uns, die sind still. Das Innere dieser Menschen sieht für mich aus wie ein Hundertwasser. Ich blicke nicht durch, flehe förmlich darum, dass sie die Stimme erheben. Aber sie tun es nicht.

Die Stillen sind es, die uns retten. Ganz leise und unbemerkt. Ich weiß, dass der leidende Mensch – in seinem ganzen Sein – sich fallen lässt, wenn er instinktiv weiß, dass jemand da ist der helfen kann. Das ist der Grund. Und nur der Grund.

Man kann durchhalten und stark sein, wenn man weiß, dass einem nicht geholfen wird. Die Antennen sind jedoch ausgefahren und sobald jemand auf dem Radar erscheint der helfen kann, lässt man sich hemmungslos in seine Arme fallen. Aber dann: Bitte bitte! Geh nicht wieder weg, wenn ich noch Hilfe brauche!

Ganz dünn ist das Eis, auf dem die Stillen gehen. Zu viel Gewicht, das auf ihrer Seele lastet. Das Eis könnte brechen und dann? Dann versinken sie. Im eiskalten NICHTS. Und wer rettet die Stillen? Vielleicht niemand. Vielleicht sind sie zu still. Vielleicht hört sie keiner.

Und während sie auf dem Eis laufen, spiegeln sie sich darin und betrachten sich. Sie entscheiden in diesem Moment jedoch nicht richtig. Sie sehen nicht, was ich sehe. Was andere sehen. Der Blick ist getrübt, benebelt.

Die Stillen sind es, die uns retten. Ganz leise und unbemerkt. Ich hoffe sie können sich irgendwann richtig entscheiden. Ich hoffe sie können sich irgendwann selbst so lieben, wie sie von anderen geliebt werden.

 Haltet die Augen auf….nach den Stillen.

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