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Der falsche Spiegel

Mittlerweile haben wir schon 18 Shootings für das Gegensätzlich Fotoprojekt hinter uns. Hierbei sind wir auf 18 beeindruckende Menschen getroffen. Die gemeinsamen Stunden, die wir mit ihnen verbringen durften, haben uns einen tiefen und bewegenden Einblick in deren Leben geschenkt. Nicht im geringsten könnte man ein Shooting mit dem anderen vergleichen, nicht einmal ansatzweise. Genau das ist es, was für uns dieses Projekt so spannend und besonders macht. Keine stupiden Abläufe, nicht die immer gleichen Posen und Bewegungen vor der Kamera und schon gar keine Spur von Oberflächlichkeit.

Vielmehr agieren wir jedes mal aufs Neue kreativ und stets im Team. Nie tragen wir uns mit dem Gedanken „das kannst Du aber nicht“, sondern überlegen gemeinsam mit dem jeweiligen Model, was wir anstellen können. Meistens gibt es ohnehin einen Motivwunsch verbunden mit einer besonderen Geschichte.

Da ist zum Beispiel die junge Frau aus Passau, die sich immer als Teenager gewünscht hat genau wie Cindy Crawford sich mit beiden Händen den Busen zu halten:

„Mein erster Freund hatte die berühmte Aufnahme von Cindy Crawford als Poster in seinem Zimmer hängen. Da wir einige Jahre liiert waren, hatte ich dieses Bild lange als Grossformat vor Augen und fand es einfach schön. Nur fand ich es irgendwie traurig, dass es von mir selbst wohl nie ein solches Foto geben könnte. Ich empfand zwar meine Fehlbildungen an der Hand selbst nicht als Makel aber ich ging immer davon aus, dass andere Menschen das so saehen. Damit war der Gedanke, das Bild nachzustellen, vom Tisch. Für viele Jahre.“ 

Genau dieses jugendliche Dilemma setzten wir zusammen in ihrem Foto um und können letztlich nur sagen, dass selbst Frau Crawford beim Anblick dieser heißen Kurven blass vor Neid wäre. Und das Beste – auch unser Model war happy: „Der Blickwinkel kann sich auch mal verändern. Nicht nur der Äussere, sondern auch der Innere. Ich finde das Bild von Cindy Crawford noch immer klasse. Meins aber jetzt auch.“

ich-liebe-mich

Beim Auswärtsshooting in Lippstadt flossen während eines Shoots auf einmal die Tränen bei unserem Model. Der Grund dafür war einzig und allein die Ablehnung des eigenen Körpers. Und wieder einmal bekommt man den hässlichen Spiegel unserer Gesellschaft vorgehalten, die meint uns diktieren zu müssen, wer ansehbar und erotisch ist und wer nicht. Doch wir haben uns geschworen bei diesem scheiß Spiel nicht mehr mitzuspielen!!! Wieder ein triftiger Grund mehr das Gegensätzlich?-Projekt weiter in die Welt hinaus zu tragen…

Nachdem die Tränken getrocknet waren und das zarte Lächeln auf ihrem hübschen Gesicht zurückkehrte, war es an der Zeit dieser Ablehnung einen kräftigen Tritt zu verpassen!

Ein wunderschönes Bild ist entstanden, als sie sich selbst und ihren Körper einfach in die eigenen Arme schloss. Der Beginn einer wunderbaren Beziehung!?

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