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Der faszinierende Bildband „The Eyes of War“

Der niederländische Fotograf Martin Roemers hat Überlebende des Zweiten Weltkrieges aufgenommen. Allen ist gemeinsam, dass sie infolge der Feindseligkeiten ihr Augenlicht verloren haben.

Copyright: Martin Roemers

Krieg gehört zu den leidenschaftlichen Themen des 1962 geborenen Dokumentarfotografen Martin Roemers. So reiste er für seine Arbeit „Relikte des Kalten Krieges“, die Ende 2009/Anfang 2010 im Willy-Brandt-Haus ausgestellt wurde, zehn Jahre lang durch die einstigen Feindesländer diesseits und jenseits der Linie: durch Ost- und Westdeutschland, durch Großbritannien, Belgien und die Niederlande, durch Polen, die Ukraine und andere Ostblockstaaten – und hielt Bunker, unterirdische Tunnel und abgewrackte Panzer für die Nachwelt fest.

Nun sind seine Bilder „The Eyes of War“ (Die Augen des Krieges) erschienen, die von einer oftmals beklemmenden Ästhetik sind: Die Schwarzweißfotos zeigen Überlebende des Zweiten Weltkrieges, die blind sind – und vor seiner Kamera wie antike Statuen wirken, manche von ihnen gänzlich ohne Augen. Und alle erinnern sie sich an ganz unterschiedliche Geschichten, die von der Gewalt des Krieges erzählen und die in kurzen Texten festgehalten sind.

Zwischen 50 und 70 Millionen Tote

Am Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945) waren über 60 Staaten direkt oder indirekt beteiligt, über 110 Millionen Menschen standen unter Waffen. Die Opferzahlen schwanken, nach unterschiedlichen Angaben, zwischen 50 und 70 Millionen Toten. Der Zweite Weltkrieg wurde unter anderem durch den deutschen Holocaust, Kriegsverbrechen, Flächenbombardements und den bisher einzigen Einsatz von Atomwaffen gekennzeichnet.

Roemers’ Fotografien wurden in internationalen Magazinen und Zeitungen unter anderem im „National Geographic“, „The New York Times“, im „Spiegel“ und der „Zeit“ veröffentlicht. 2006 erhielt er den World Press Award. 2007 kam sein Buch „Trabant. Die letzten Tage der Produktion“ heraus. Sein aktueller Bildband „The Eyes of War“ verlegte der Hatje Cantz Verlag. Der berühmte holländische Schriftsteller Cees Nooteboom hat das Vorwort geschrieben.

ROLLINGPLANET dankt Martin Roemers, dass wir eine Auswahl seiner Bilder kostenlos veröffentlichen dürfen.

Martin Roemers: The Eyes of War
Hrsg.: Maartje Wildeman, Nadine Barth, Vorwort von Cees Nooteboom, Texte von Martin Roemers u.a., Gestaltung von Julia Wagner, Hans van Blommestein
Deutsch/Englisch/Niederländisch
128 Seiten, 40 Abb.
ISBN 978-3-7757-3400-4
Hatje Cantz Verlag

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