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Der furchtbare Mr. Brewer

Der britische Kommunalpolitiker hat wieder zugeschlagen. Erneut spricht er sich für die Tötung von Behinderten aus. Dieses Mal vergleicht er uns mit öffentlichen Toiletten. Von Lothar Epe

Collin Brewer posierte im Februar demonstrativ vor einem Behindertenparkplatz, als er sich zunächst für eine frühere Aussage entschuldigte - die Besinnung hielt nicht lange an (Foto: AP)

Colin Brewer posierte im Februar demonstrativ vor einem Behindertenparkplatz, als er sich zunächst für eine frühere Aussage entschuldigte – die Besinnung hielt nicht lange an (Foto: AP)

ROLLINGPLANET hofft, dass bei dieser Frage des Tages Adolf nicht plötzlich vor der Türe steht und mitdiskutieren will: Wie viele Behinderte muss man töten, um zehn öffentliche Toiletten bauen zu können?

Der Reihe nach: Im Februar war Colin Brewer nach monatelangen Auseinandersetzungen um eine behindertenfeindliche Äußerung zurückgetreten (ROLLINGPLANET berichtete).

Der britische Kommunalpolitiker aus Cornwall hatte vor anderthalb Jahren auf einer Veranstaltung gesagt, man sollte behinderte Kinder von ihrem Leid erlösen, weil sie zu viel Geld kosteten.

Alles eine Frage des Geldes?

Er entschuldigte sich für seine „gedankenlose Äußerung“, die nicht zu entschuldigen sei. Behinderte Menschen, die er beleidigt habe, würden sich bestimmt über seinen Rücktritt freuen, sagte er dem Regionalsender BBC Radio Cornwell.

Unsere Freude war wohl verfrüht. Brewer hat nachgelegt. Er verlangte in einem Interview ausgerechnet mit der britischen Nachrichtenagentur „Disability News Service“ (DNS) erneut, behinderte Kinder unter bestimmten Umständen töten zu können. Eigentlich wollte DNS dem Mann, der darauf besteht, ein Christ zu sein, die Chancen geben, seine damalige Bemerkung zu erklären und mögliche Missverstände auszuräumen.

Vom Gleichgewicht der Kosten

Aber da gibt es keine Missverständnisse zu klären. Mr. Brewer ist offensichtlich noch viel schlimmer, als er es ohnehin schon zu sein schien. In Zeiten knapper Budgets müsse man ein „Gleichgewicht“ zwischen den Kosten für behinderte Menschen und für die breite Gesellschaft finden, meint Brewer in dem Gespräch mit DNS.

Brewer spricht sich zwar zunächst für mehr Einrichtungen für behinderte Menschen in Cornwall aus, damit diese nicht in teure Einrichtungen außerhalb der Grafschaft geschickt werden müssten. Allerdings sei er auch über die hohen Summen besorgt, die für die Versorgung von behinderten Menschen ausgegeben werden müssten. Dabei werde gleichzeitig bei öffentlichen Einrichtungen, die allen Menschen zur Verfügung stünden, gespart.

Öffentliche Toiletten versus behinderte Menschen

Das gehört sich natürlich eindrucksvoll veranschaulicht: Es werde darüber diskutiert, so Brewer, öffentliche Toiletteanlagen zu schließen und Wanderwege nicht mehr zu pflegen. Mit 250.000 Pfund könne man zehn Toiletten erhalten. Dieser Betrag würde für manch behinderte Einzelperson aufgewendet. („But he then compared the £250,000 that it would cost to keep 10 public toilets open with similar sums paid out to support just one disabled person.“)

In diesem Zusammenhang erwähnt Brewer die Begegnung, die er mit einem Bauer gehabt habe und der ihn auf seine damalige Bemerkung angesprochen habe. „Er sah nicht viel Falsches bei dem, was ich sagte, weil sie (Anm.d.Red.: die Bauern) das jeden Tag so machen. Wenn sie ein missratenes Lamm haben, versuchen sie es, loszuwerden. Sie werden es los. Bang!“

Behandle Behinderte wie Tiere

Brewer fügte an: „Er hat sicherlich einen Punkt getroffen. Wir sind nur Tiere. Du kannst kein Lamm mit fünf Beinen und zwei Köpfen herumrennen lassen.“

ROLLINGPLANET fragt sich: Was macht man eigentlich mit einem Brewer, der mit zwei Beinen und einem Kopf herumläuft? Erschießen? Lieber nicht. So viel Scheiße passt doch in keine öffentliche Toilette.

Quelle: DNS Disability News Service

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6 Kommentare

  • Monika Schwaiger

    was sagt Herr Schäuble dazu?

    19. Mai 2013 at 16:18
  • Andrea Bröker

    Nuja, Behinderung kann jeden jederzeit treffen, auch Mr. Brewer. Mal sehen, was er dann sagt…

    19. Mai 2013 at 18:38
  • georg merklein

    dem haben sie nicht nur ins hirn geschissen, sondern auch noch hineingef… das einzige, was der (wie schon der name sagt) „brauen“ kann, ist schifferscheisse…

    19. Mai 2013 at 23:11
  • katrin

    ich muss ja mal sagen das er das ausspricht was hier in deutschland ja schon täglich ausgeübt wird nur das es nicht in die öffentlichkeit getragen wird……..sorry aber warum sonst wurde uns damals in der 22 ssw dazu geraten unser kind abzutöten und das risiko einzugehen das der zwilling auch dabei stirbt , weil unsere tochter einen hydrocephalus hat……..umgangssprache sie ist behindert……….wir sollten es uns ganz gut überlegen weil man ja den schweregrad der behinderung nicht vorraussageb kann , was die ärzte uns aber sagen wollten damit war nur , das unsere tochter zu teuer wird für die krankenkasse!!!!!!
    unsere maus ist ein geschenk des himmels und sie ist etwas besonderes , wie alle menschen mit beeinträchtigung! sie sind so rein im herzen , ohne vorurteile , herzensgut und ehrlich! ich danke gott dafür das es diese abweichungen der norm gibt!

    20. Mai 2013 at 18:37
  • Regina Seinsche

    Wenn der „gute Mann „selber Arthrose bekommt wird es aber schon brenzlich für ihn,er kostet dann aber auch viel Geld….solch ein Gedankengut ist unmöglich.

    21. Mai 2013 at 10:58
  • Barbara Doppler

    Leider ist es doch so, daß Abtreibung wegen Verdacht einer Behinderung und angeblich auch die Nichtversorgung neugeborener Babys real ist….also spricht er aus, was eigentlich Praxis ist….

    22. Mai 2013 at 08:51

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