Der längste Wunschzettel der Welt soll ins Guinessbuch der Rekorde

Louis Braille Festival in Marburg vom 1. bis 3. Juli 2016: Mehr als 2.000 Teilnehmer erwartet beim größten Zusammentreffen blinder und sehbehinderter Menschen in Europa.

Das hessische Marburg ist die Stadt in Deutschland, die sich am besten auf die speziellen Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten Menschen eingestellt hat. (Foto: Erich Westendarp/pixelio.de)

Das hessische Marburg ist die Stadt in Deutschland, die sich am besten auf die speziellen Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten Menschen eingestellt hat. (Foto: Erich Westendarp/pixelio.de)

Vom 1. bis 3. Juli 2016 wird in Marburg das dritte Louis Braille Festival stattfinden, ausgerichtet vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. (blista). Die Marburger Bildungseinrichtung für blinde und sehbehinderte Menschen feiert in diesem Jahr unter dem Motto „100 Jahre – 100 Talente“ ihr hundertjähriges Bestehen. Das Festival findet im Georg-Gaßmann-Stadion und in der Stadt Marburg statt und ist mit mehr als 2.000 Teilnehmern das größte Zusammentreffen blinder und sehbehinderter Menschen in Europa. Diese Highlights sind angekündigt:

Freitag, 1. Juli 2016, 14:30 Uhr:
Eintreffen der Tandem-Sternfahrer

Am Freitag, dem 1. Juli, wird ein Korso von mehr als 50 Tandems durch Marburg und Umgebung fahren und zur Eröffnung des Festivals im Georg-Gaßmann-Stadion eintreffen – der Höhepunkt einer Tandem-Sternfahrt, an der sich Menschen mit und ohne Seheinschränkung aus allen Teilen Deutschlands beteiligen.

Illustration aus der Einladung zum Louis Braille Festival.

Illustration aus der Einladung zum Louis Braille Festival.

Samstag, 2. Juli 2016, 10.00-18.00 Uhr:
Der längste Wunschzettel der Welt

Die Besucher des Festivals haben am Samstag Gelegenheit, ihre Wünsche unter dem Motto „Zukunft inklusiv“ zu Papier zu bringen. Egal, ob blind oder sehend, alle schreiben ihre Botschaften auf einen schmalen Papierstreifen, entweder in Punktschrift oder in Schwarzschrift. Am Ende werden die beschriebenen Streifen aneinander geklebt zum hoffentlich längsten Wunschzettel der Welt mit einem bunten Durcheinander von Botschaften in Braille und normaler Schrift. Die Aktion ist für das „Guinnessbuch der Rekorde“ vorgeschlagen.

Samstag, 2. Juli 2016, 19:00 Uhr:
„Die ultimative Samstagabendshow“ mit Alexander Mazza

Bei der „Ultimativen Samstagabendshow“ werden sich viele an die Samstagabende mit der Familie vor dem Fernseher erinnern. Die Spiel- und Quizaufgaben sind so oder so ähnlich bekannt, waren aber noch nie für das Publikum und die Kandidaten so blindengerecht erlebbar. Die Siegerteams des „Spiels ohne Grenzen“ vom Nachmittag mit blinden und sehbehinderten Mitspielern treten an und kämpfen um Gewinnsummen von insgesamt 15.000 Euro für Projekte in ihrer Region.

Freitag, 1. Juli 2016, und Samstag, 2. Juli 2016:
Sportangebote zu Wasser und zu Lande

Ein internationales Blindenfußballturnier, Judo, Klettern und Surfen im Wunder-Pool sind nur einige von zahlreichen Sportangeboten des Festivals. Aber auch für Sportmuffel wird beim Festival viel geboten – von Konzerten und „Touching Moves“, einer Tanzperformance für ein nichtsehendes Publikum, über Blindenschrift-Lesungen und Akustikstationen der blista-Schüler bis zum Markt der Begegnung, auf dem sich Organisationen und Einrichtungen präsentieren.

Am Sonntag öffnet sich das Festival in die Stadt und beginnt dazu mit einem Gottesdienst in der Elisabethkirche, der ältesten gotischen Hallenkirche Deutschlands. Das vollständige Programm finden Sie unter: www.dbsv-festival.de

Das Louis Braille Festival 2016 wird von der Aktion Mensch gefördert. Hauptsponsoren sind Vanda Pharmaceuticals und Second Sight Medical Products.

Weitere Sponsoren und Förderer sind die Universitätsstadt Marburg, Novartis, die Paul und Charlotte Kniese-Stiftung, das Berufsförderungswerk Mainz, die Dr. Georg-Blindenstiftung und die Hamburger Blindenstiftung.

(RP/PM)

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