Der Rollstuhlfahrer mit Deutschlands ungewöhnlichstem Wirbelsäulen-Tattoo

USC-Kapitän Ben Döring beendet seine Rollstuhlbasketball-Karriere und hat zum Abschied noch einige saftige Worte für Nationaltrainer Zeltinger.

Ben Döring mit seinem Tattoo (Foto: Wolfgang Schäfer/Chris Vo)

Ben Döring mit seinem Tattoo (Foto: Wolfgang Schäfer/Chris Vo)

Am vergangenen Samstag rollte Ben Döring zum letzten Mal aufs Feld: Der Kapitän des Bundesliga-Aufsteigers USC München beendete mit dem Heimspiel gegen RSB Thuringia Bulls (es ging, Nebensache, 52:76 aus) seine Rollstuhlbasketball-Karriere. Der 36-Jährige wurde mit den Bayern Vizemeister und drei Mal Vize-Pokalsieger. Mit der Nationalmannschaft belegte er bei den Paralympics 2004 in Athen den fünften Platz. Und er trägt das vermutlich ungewöhnlichste Rückentattoo der Rollstuhlfahrer-Szene. Es zeigt, welcher Lendenwirbel gequetscht ist und zur Querschnittlähmung führte.

„Wie heißt der noch mal?“ fragt Ben Döring so überzeugend vergesslich, wenn man ihn nach den eher wenigen Tiefpunkten seiner sportlichen Laufbahn und seinem ehemaligen Nationalcoach fragt. „Na, Du weißt schon, der, der auch Lahn-Dill trainiert.“ Ach so, ja, Nicolai Zeltinger. Bis heute verstehen Döring – und viele Experten – nicht, warum Zeltinger den Münchner Center bei der EM 2007 in Israel und bei den Paralympics 2012 in Großbritannien nicht nominierte. Döring verheimlichte auch am Wochenende seinen Frust nicht: „Auf den werde ich noch mein Leben lang sauer sein.“

Damals noch mit grünen Haaren: Ben Döring (r.) bei den paralympischen Spielen 2004 in Athen. (Foto: Privat)

Damals noch mit grünen Haaren: Ben Döring (r.) bei den paralympischen Spielen 2004 in Athen. (Foto: Privat)

Die Mitspieler stehen Spalier für ihren Kapitän: Ben Döring rollt zu seinem letzten Spiel ein. (Foto: Uli Franke)

Die Mitspieler stehen Spalier für ihren Kapitän: Ben Döring rollt zu seinem letzten Spiel ein. (Foto: Uli Franke)

(RP)

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