„Design ändert alles für Menschen mit körperlicher Behinderung“

Vortrag von Sybs Bauer im „iF Design Exhibition Hamburg“ bei der Langen Nacht der Museen Hamburg am 9. April.

Sybs Bauer (Foto: designkunst)

Sybs Bauer (Foto: designkunst)

Am 9. April 2016 wird die Hamburger Designerin Sybs Bauer während der Langen Nacht der Museen (siehe Kasten unten) ihre umfassend gestalterische Arbeit für Petri+Lehr im iF Design Exhibition in der Hafencity, Hongkongstraße 6, vorstellen (19:15 Uhr, 20:15 Uhr und 23:15 Uhr).

Damit begann es

„Alles fing mit dem MFD TOUCH an, einer Weiterentwicklung des Multifunktionsdrehknopfs“, erinnert sich Bauer. Größere Tasten, verbesserte Ergonomie und ein autoaffines Design, damit das kleine Teil am Lenkrad sich wirklich in jedes Interieur aller Automarken optisch integrieren lässt – so beschreibt die Designerin ihr Ziel. Mit Erfolg: Die großen Marken, Mercedes Benz, Audi und Volkswagen beliefern ihre Kunden direkt mit der Lenkhilfe (ausgezeichnet mit dem Designpreis des Landes Baden-Württemberg).

MFD TOUCH (Foto: Uwe Reicherter)

MFD TOUCH (Foto: Uwe Reicherter)

MultimaPRO (Foto: Uwe Reicherter)

MultimaPRO (Foto: Uwe Reicherter)

2013 meldete Petri+Lehr Insolvenz an und wurde verkauft (ROLLINGPLANET berichtete: Nach Meyra nun auch Petri+Lehr verkauft). Danach bat der neue Eigentümer, Dr. Andreas Kehrel, Bauer das Unternehmen auch visuell neu auszurichten. Es entstand eine klare, reduzierte Sprache: Die hauseigenen Produkte und die individuelle Fahrzeugumrüstug in Dietzenbach rücken in den Vordergrund, die einzigartige deutsche Fahrzeugbaugeschichte über 114 Jahre mit faszinierenden Patenten wird aufgearbeitet und Gespräche als auch Events mit den betroffenen Menschen werden sichtbar gemacht. Aktuelles kann seit einem Jahr im Petri+Lehr Blog mitverfolgt werden.

Das neueste Produkt

Im Februar 2016 kam das neue Produkt für Petri+Lehr von Sybs Bauer auf den Markt: Das MultimaPRO, ein Handbediengerät für das Gasgeben und Bremsen mit der Hand. Wichtige funktionale Anforderungen, um Rollstuhlfahrern noch mehr Freiraum zu ermöglichen, „wurde so schlicht und elegant gelöst, dass die Inklusion in das Fahrzeug-Interieur schon gar nicht mehr erwähnt werden muss“, ist Bauer überzeugt.

Zur 16. Langen Nacht der Museen wollen 60 Häuser in Hamburg ihre Türen öffnen. Rund 700 Veranstaltungen stehen am Samstag (9. April) zwischen 18.00 und 2.00 Uhr auf dem Programm, wie die Veranstalter bereits mitteilten. Rund 30.000 Besucher kamen im vergangenen Jahr zur Langen Nacht der Museen in der Hansestadt. Damals öffneten 57 Einrichtungen für Führungen, Musik, Tanz, Theater, Filme, Lesungen und zahlreiche Mitmach-Aktionen.
Auch diesmal stehen die unterschiedlichsten Angebote auf dem Programm. Im Museum für Kunst und Gewerbe etwa vertont N. U. Unruh, der Drummer der Einstürzenden Neubauten, in vier Trommelperformances die Markenzeichen der Berliner 80er-Jahre-Provokateure „Geniale Dilletanten“. Ganz in der Nähe – im Deutschen Zusatzstoffmuseum – geht es derweil darum, welche „beliebte Frühstückszutat aus Läusepipi und Bienenspucke besteht“.
Neu in diesem Jahr dabei sind neben anderen das Kaffeemuseum Rösterei Burg, das den Weg der Kaffeebohne zeigt, und der Dialog im Stillen mit Einblicken in die Gebärdensprache.
Auch englische, arabische, persische, französische, plattdeutsche, portugiesische und russische Veranstaltungen sind geplant.

(RP/PM/dpa/lno)

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