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Deutsche Bank diskriminiert mobilitätseingeschränkte Kunden – und lügt

Die Landesvereinigung Selbsthilfe Berlin ruft zu einer Protestaktion am 11. Juli gegen das Geldhaus auf, das sich dreist herauszureden versuchte.

Die Konzernzentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main wollte den Fall ignorieren. (Foto: Nordenfan/CC-BY-SA 4.0)

Die Konzernzentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main wollte den Fall ignorieren. (Foto: Nordenfan/CC-BY-SA 4.0)

Am Dienstag, den 11.07.2017, findet um 15 Uhr eine Protestaktion gegen die Diskriminierung von Bewohnern und Kunden mit Mobilitätseinschränkung vor der Deutschen Bank Filiale am Hermannplatz in Berlin-Neukölln statt.

Die Antidiskriminierungsberatung Alter oder Behinderung (ADB) der Landesvereinigung Selbsthilfe Berlin e.V. unterstützt derzeit zwei Kundinnen der Deutschen Bank, Filiale am Hermannplatz in Berlin-Neukölln. Die 78-jährige Rolli-Fahrerin hatte sich den Angaben der ADB zufolge schriftlich an die Filial-Leitung gewandt und sich darüber beschwert, dass nach der aufwändigen Modernisierung der Bank diese für mobilitätseingeschränkte Kunden wegen einer Stufe am Eingang nicht mehr zugänglich ist. Vor dem Umbau wurde die Stufe durch eine mobile Rampe überbrückt.

Eine andere ältere Kundin hatte ebenfalls schriftlich und im persönlichen Gespräch mit der Filial-Leitung versucht, eine schnelle Lösung durch eine mobile Rampe und eine Klingel an der Tür herbeizuführen. Der Filialleiter sowie die Konzernzentrale in Frankfurt am Main beantworteten die schriftlichen Beschwerden und Lösungsvorschläge beider Kundinnen nicht. Die Rollifahrerin muss nun auf eine andere, weit entfernte Filiale ausweichen, um ihre Bankgeschäfte zu erledigen.

Ein Antrag wurde nie gestellt

Erst nachdem sich die Beratungsstelle ADB in den Konflikt eingeschaltet hatte, erhielt diese auf ihren Beschwerdebrief eine schriftliche Antwort. Den Nicht-Einbau einer Rampe im Zuge der Modernisierung der Filiale-Räume begründete der Kundenservice der Deutschen Bank mit der Ablehnung eines entsprechenden Antrages wegen Denkmalschutz-Auflagen.

Die Nachfrage bei der zuständigen unteren Denkmalschutzbehörde und der Bezirksbürgermeisterin Frau Dr. Giffey ergab allerdings, dass ein solcher Antrag nie gestellt worden war und dass die Behörde in solch einem Fall immer zu Gunsten der Barrierefreiheit entscheiden würde.

„Die Probleme wegen mangelnder Barrierefreiheit in der Deutsche Bank- Filiale am Hermannplatz sind mir nicht neu, ich habe schon einige Beschwerden von Bürgern hierzu bekommen“, so die Bezirksbehinderten-Beauftragte von Neukölln, Katharina Smaldino.

Zur Protestaktion rufen die Initiative „Barrierefreie Nachbarschaft“, die Antidiskriminierungsberatung der LV Selbsthilfe Berlin e.V., das Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V. und die Beauftragten für Menschen mit Behinderung von Neukölln und Kreuzberg-Friedrichshain auf. Sie fordern die umgehende Wiederherstellung eines stufenfreien Zugangs zu den Bank-Räumen, sowie eine entsprechende Entschuldigung an die diskriminierten Kundinnen.

(RP/PM)

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1 Kommentar

  • Uwe Schneider

    Man kann die Bank auch verklagen. Schließlich ist im aktuellen Baurecht Barrierefreiheit Pflicht bei Neu- und UMbauten.

    8. Juli 2017 at 21:34

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