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Deutsche Bank prüft barrierefreien Zugang für Filiale am Berliner Hermannplatz

Sie diskriminiert mobilitätseingeschränkte Menschen und log. Nachdem die Deutsche Bank dabei ertappt wurde, will sie jetzt angeblich handeln.

Die Konzernzentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main wollte den Fall ignorieren. (Foto: Nordenfan/CC-BY-SA 4.0)

Die Konzernzentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main wollte den Fall ignorieren. (Foto: Nordenfan/CC-BY-SA 4.0)

Für den morgigen Dienstag plant die Antidiskriminierungsberatung Alter oder Behinderung (ADB) der Landesvereinigung Selbsthilfe Berlin e.V. um 15 Uhr eine Protestaktion gegen die Diskriminierung von Bewohnern und Kunden mit Mobilitätseinschränkung. Treffpunkt ist der Ort des Ärgernisses: die Deutsche-Bank-Filiale am Hermannplatz in Berlin-Neukölln. Diese ist nach einem kürzlich erfolgten Umbau nicht mehr barrierefrei – zuvor hatte noch eine mobile Rampe Rollstuhlfahrern ermöglicht, die Eingangsstufe zu überwinden.

Beschwerden von zwei Kundinnen wurden von der Frankfurter Zentrale zunächst ignoriert. Erst nachdem die Landesvereinigung Selbsthilfe Berlin nachhakte, rechtfertigte sich der Konzern: Die Denkmalschutzbehörde in Berlin habe entsprechende Baumaßnahmen abgelehnt, mit der sich die Filiale barrierefrei gestalten ließe.

Eine peinliche Lüge, wie sich herausstellte. Die Deutsche Bank hatte nie einen solchen Antrag gestellt. Eine Nachfrage ergab, dass die Behörde in solch einem Fall immer zu Gunsten der Barrierefreiheit entscheiden würde (ROLLINGPLANET berichtete).

Nun verspricht das nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größte Kreditinstitut Deutschlands Besserung. Gegenüber ROLLINGPLANET erklärte heute ein Sprecher der Deutschen Bank:

„Wir bedauern, wenn es möglicherweise zu einer fehlerhaften Auskunft gekommen ist.

Selbstverständlich wollen wir allen Kunden einen barrierefreien Zugang zu unseren Filialen ermöglichen. Eine Diskriminierung liegt uns absolut fern. In Berlin finden zur Zeit viele Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen in Filialen der Deutschen Bank statt. Wir bitten deshalb um Verständnis, dass wir an der Filiale Hermannplatz noch keine barrierefreien Eingang schaffen konnten. Wir sind im Gespräch mit den maßgeblichen Beteiligten, unter anderem mit unserem Vermieter, um vor Ort bald Abhilfe zu schaffen.“

Einen konkreten Zeitplan nannte das Unternehmen nicht.

Kleiner, aber feiner Unterschied: In einer ersten Version dieses Artikels lautete die Überschrift fälschlicherweise „Deutsche Bank verspricht barrierefreien Zugang für Filiale am Berliner Hermannplatz“. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

(RP)

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