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Gegentrend? Neue Gesetze sollen in den USA Ungeborene mit Down-Syndrom schützen

ROLLINGPLANET-Tagebuch: Peru +++ Para-TT-EM +++ Mit Pflege überfordert? Sohn wegen Totschlags vor Gericht +++ Prinz Harry und Meghan Markle +++ Schönheitswettbewerb gegen HIV-Stigma +++ Deutsche Goalballer holen EM-Silber


TAGEBUCH
SAMSTAG, 30. SEPTEMBER 2017
USA

Abtreibungsgegner wollen Ungeborene mit Down-Syndrom schützen


In den USA sind Abtreibungsgegner wie hier der republikanische Senator Frank LaRose bekanntlich stark – das könnte jetzt Ungeborenen mit Down-Syndrom das Leben retten. (Foto: Wikipedia/Georgebailey2015, CC BY-SA 4.0)

In den USA sind Abtreibungsgegner wie hier der republikanische Senator Frank LaRose bekanntlich stark – das könnte jetzt Ungeborenen mit Down-Syndrom das Leben retten. (Foto: Wikipedia/Georgebailey2015, CC BY-SA 4.0)

Während in immer mehr Ländern weltweit Schwangerschaftsabbrüche – aus unterschiedlichsten Motiven – legalisiert werden, ist in den USA ein Gegentrend aufgekommen, zumindest in einigen Staaten. Derzeit versuchen Abgeordnete in Ohio, ein Gesetz durchzubekommen, das Ungeborene mit Down-Syndrom schützen sollen. Sollte das Gesetz in Kraft treten, wäre eine Abtreibung illegal, wenn Tests oder die Pränataldiagnostik beim Embryo Trisomie 21 feststellt. Eine Abtreibung würde als Verbrechen geahndet und Ärzte, die sie durchführen, würden ihre Lizenz verlieren.
Hauptkraft hinter dem Gesetzvorschlag ist der republikanische Senator Frank LaRose. „Einige der liebsten, freundlichsten Menschen, die ich kenne, haben Down-Syndrom“, erklärt LaRose. „Für einige von uns ist es sehr beunruhigend, dass Menschen unserer Gesellschaft darüber entscheiden, dass dies Leben etwas wert ist, und dies andere nicht, basierend auf genetischen Anomalien.“ Sie hätten den Gesetzesvorschlag noch stärker gefördert, nachdem CBS eine Reportage über die hohe Abtreibungsrate bei Down-Syndrom-Babys in Island veröffentlichte. Jesus Magazin Schweiz

Reisen

So barrierefrei ist Lima

Lima, das bedeutet viel Nebel, Menschenmassen, ein unfassbarer Verkehr – und Barrierefreiheit, die sich nur wohlhabende Viertel leisten können. „Ich habe zwei Tage in Perus Hauptstadt verbracht und einige Menschen und Macken der Metropole kennengelernt. Noch immer bin ich begeistert von der Hilfsbereitschaft der Peruaner, die einfach grenzenlos ist. Wenn etwas nicht passt, wird es passend gemacht“, schreibt die Rollstuhlfahrerin Andrea Sahlmen in der Neuen Westfälischen.

DONNERSTAG, 28. SEPTEMBER 2017
Sport

TT-EM: Thomas Schmidberger und Thomas Brüchle bereits Gruppensieger

Thomas Schmidberger (Foto: Ralf Kuckuck, DBS-Akademie)

Thomas Schmidberger (Foto: Ralf Kuckuck, DBS-Akademie)

Heute haben die Europameisterschaften in Lasko (Slowenien) für einen Großteil des DBS-Teams mit der Gruppenphase im Einzel begonnen. Große Überraschungen blieben am ersten Wettkampftag aus. Fast alle Athleten des deutschen Aufgebots spielten setzungsgemäß, so auch Thomas Schmidberger und Thomas Brüchle in der Wettkampfklasse 3. Sie besiegten ihre Gruppengegner aus Slowenien und Österreich beziehungsweise Österreich und Italien klar und stehen bereits als Gruppensieger fest.
Neben den letzten Gruppenspielen finden am Freitag in einigen Klassen auch bereits die ersten Runden der K.O.-Phase statt. „Nach einem unspektakulären ersten Tag geht es morgen in den meisten Klassen um den Einzug in die Endrunde“, blickt Bundestrainer Volker Ziegler voraus. „Es sind also einige sehr spannende Begegnungen zu erwarten, hoffentlich mit dem besseren Ende für unsere Spieler.“
Alle Ergebnisse auf der Website des Internationalen Verbands oder auf der Website des Veranstalters. Dort steht neben vielen weiteren Infos auch ein Livestream von allen 12 Tischen zur Verfügung. (PM)

MITTWOCH, 27. SEPTEMBER 2017
Justiz

Mit Pflege überfordert? Sohn wegen Totschlags an Vater vor Gericht

Das Landgericht in Leipzig. (Foto: dpa)

Das Landgericht in Leipzig. (Foto: dpa)

Weil er seinen demenzkranken Vater mit einem Kantholz erschlagen haben soll, steht ein 39-Jähriger wegen Totschlags vor Gericht. Der Angeklagte sei mit der Pflege des 72-Jährigen bei sich zu Hause überfordert gewesen, sagte Staatsanwältin Katrin Minkus am Mittwoch beim Prozessauftakt am Leipziger Landgericht.
Am Abend des 28. März dieses Jahres sei der Beschuldigte wütend auf seinen Vater geworden und habe mit dem Kantholz auf Kopf und Oberkörper des auf dem Sofa liegenden alten Mannes geschlagen. „Der mögliche Tod seines Vaters war ihm in dem Moment egal“, sagte Minkus. Der 72-Jährige erlitt stark blutende Wunden, eine Hirnprellung und ein Hirnödem. Der Angeklagte überließ den Verletzten laut Anklage sich selbst. Eineinhalb Tage später starb der Vater schließlich an einer Lungenembolie.
Für den Prozess sind bis Dezember noch sechs Termine angesetzt. Der Angeklagte will sich nach Angaben seiner Verteidigerin am 18. Oktober zu den Vorwürfen äußern. Der Mann soll schon zuvor laut der Anklage seinen Vater mehrfach mit dem Kantholz malträtiert haben. (dpa/sn)

MONTAG, 25. SEPTEMBER 2017
Klatsch & Tratsch

Prinz Harry und Meghan Markle gucken Rollstuhltennis

Auch ROLLINGPLANET liebt Klatsch & Tratsch: Der britische Prinz Harry und die US-Schauspielerin Meghan Markle kommen sich näher. (Foto: Danny Lawson/PA Wire/dpa)

Auch ROLLINGPLANET liebt Klatsch & Tratsch: Der britische Prinz Harry und die US-Schauspielerin Meghan Markle kommen sich näher. (Foto: Danny Lawson/PA Wire/dpa)

Der britische Prinz Harry (33) und seine Freundin Meghan Markle (36) haben sich in Kanada zusammen bei den „Invictus Games“ gezeigt. Das Paar schaute sich am Montag in Toronto bei dem Sportwettkampf für verwundete Soldaten und Veteranen ein Rollstuhltennis-Spiel an. Schon am Vortag waren beide bei der Veranstaltung – saßen da allerdings noch weit auseinander. Dennoch werteten britische Medien den Auftritt schon als „Meilenstein in der Beziehung“. Nun zeigten sich der Prinz und die US-Schauspielerin fröhlich tuschelnd direkt nebeneinander. (dpa)

SONNTAG, 24. SEPTEMBER 2017
Uganda

Kampf gegen HIV-Stigma: Miss Y+ und Mr Y+ gekürt

Gloria Nawanyaga (ganz links) gewann bei den Frauen den Schönheitswettbewerb. (Foto: Kim Young/dpa)

Gloria Nawanyaga (ganz links) gewann bei den Frauen den Schönheitswettbewerb. (Foto: Kim Young/dpa)

Um gegen das Stigma von HIV in Uganda zu kämpfen, sind bei einem ungewöhnlichen Schönheitswettbewerb junge, HIV-positive Ugander als Sieger gekrönt worden. Aus ursprünglich rund 500 HIV-positiven Bewerbern wählte eine Jury in der Hauptstadt Kampala am Samstagabend die „Mr & Miss Y+“ von 2017/2018. Y+ steht für „youth positive“ („Jugend positiv“).
„Ich habe in meiner Heimat schwer gelitten, weil das ganze Dorf erfahren hat, dass ich HIV habe, und mich ausgelacht hat“, sagte die zur „Miss Y+“ gekrönte Gloria Nawanyaga. „Als zukünftige Anwältin werde ich mit dieser Krone für die Rechte junger Menschen mit Aids kämpfen.“ Bei den Männern siegte Huzairu Nyanzi. „Das Leben war immer schwer für mich, vor allem in der Schule, wo die anderen mich auslachten, weil ich HIV hatte“, sagt der neu gekrönte „Mr Y+“. Heute leitet der 21-Jährige eine Aids-Gruppe in Kampala. „Ich habe das Trauma bewältigt. Und jetzt bin ich stolz, diesen Wettbewerb gewonnen zu haben.“
Uganda war in den 1980ern und 1990ern schwer von HIV/Aids betroffen, konnte die Infektionsrate aber unter anderem mit Bildungskampagnen reduzieren. Heute haben der UN-Organisation gegen Aids zufolge rund 1,5 Millionen Ugander HIV, etwa 7,1 Prozent der 15- bis 49-Jährigen sind betroffen. Sie leiden oftmals unter Diskriminierung. Dagegen geht die Aidshilfe-Organisation UNYPA unter anderem mit dem seit 2014 jährlich veranstalteten Schönheitswettbewerb vor. (dpa)

Huzairu Nyanzi (links) gewann bei den Männern, hier auf dem Laufsteg mit Kandidatin Bonita Kyobutungi. (Foto: Kim Young/dpa)

Huzairu Nyanzi (links) gewann bei den Männern, hier auf dem Laufsteg mit Kandidatin Bonita Kyobutungi. (Foto: Kim Young/dpa)

FREITAG, 22. SEPTEMBER 2017
Sport

Deutsche Goalballer holen EM-Silber

Das deutsche Goalball-Team. (Foto: Facebook)

Das deutsche Goalball-Team. (Foto: Facebook)

Die deutschen Goalballer haben bei der Europameisterschaft in Finnland Silber gewonnen. Nach dem überraschenden Finaleinzug war Paralympics-Sieger Litauen beim 3:6 für die junge Mannschaft der Trainer Johannes Günther und Stefan Weil zu stark. Durch den Erfolg in Lahti qualifizierten sich die deutschen Goalballer für die WM und die World Games.
Im Vorjahr hatten die deutschen Herren erstmals seit 2004 wieder an den Paralympics teilgenommen, waren aber in der Vorrunde gescheitert. Goalball ist ein Mannschaftsspiel blinder und sehbehinderter Sportler, in dem ein Klingelball in das Tor des Gegners gerollt werden muss. (dpa)

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