Deutsche Junioren zum zweiten Mal in der Geschichte Europameister

Rollstuhlbasketball: Die U22-Auswahl entthront mit einem 62:53-Erfolg Titelverteidiger Schweden.

Bundestrainer Peter Richarz hat nach dem Triumph sicherlich ein fröhlicheres Gesicht gemacht als auf diesem Archivfoto (Foto: Nicolai Zeltinger)

Die deutsche U22-Nationalmannschaft ist zum zweiten Mal in der Geschichte Europameister. Mit einem bis in die Schlussminuten hoch dramatischen und hart umkämpften 62:53 (15:14/28:25/39:41)-Erfolg entthronte die Mannschaft von Bundestrainer Peter Richarz Titelverteidiger Schweden und setzte sich im britischen Stoke Mandeville die kontinentale Krone auf. Die Bronzemedaille ging an die Türkei, die im Spiel um Platz drei Gastgeber Großbritannien mit 56:46 bezwang.

Ein beherzter Endspurt im Schlussviertel war dafür ausschlaggebend, dass der deutsche Nachwuchs nach vierzig hochspannenden Spielminuten jubeln konnte. Nachdem die Finalpartie der EM bis zum 39:35 (27.) für Deutschland hin und her wogte, schienen sich Mitte der zweiten Halbzeit die Karten zugunsten des skandinavischen Titelverteidigers zu wenden. Zunächst sorgte der überragende Schwede Joakim Lindblom im Alleingang für das 39:41 zum Ende des dritten Viertels, ehe sich der starke Jens-Eike Albrecht zu Beginn des letzten Abschnitts sein viertes und wenig später auch sein fünftes Foul einhandelte.

Geschlossene Mannschaftsleistung

So schienen die deutschen Hoffnungen beim 41:47 (32.) jäh zu zerplatzen, doch genau in diesem Moment besann sich die deutsche U22-Auswahl ihrer größeren Homogenität und warf diese kollektiv und entschlossen in die Waagschale. So holte Thomas Böhme nur drei Minuten später mit seinem Korb zum 48:47 (35.) die deutsche Führung zurück und ließ dieser nach dem 54:53 (37.) vier weitere Freiwurfpunkte folgen, so dass Topscorer Kai Möller mit seinen drei Freiwurfpunkten zum 61:53 (39.) den Sack zumachen konnte.

Unter dem Strich hat damit das mannschaftlich bessere Team den EM-Titel gegen einen ebenbürtigen schwedischen Gegner gewonnen, der vor allem von seinem überragenden Star Joakim Lindblom lebte. „Es war ein hochklassiges Endspiel, das wir verdient gewonnen haben. Meine Mannschaft hat ein tolles Turnier gespielt“, war auch Bundestrainer Peter Richarz überglücklich nach dem zweiten Triumph einer deutschen Juniorenauswahl dreizehn Jahre nach der Goldmedaille 1999 in Paris.

Schweden: Joakim Lindblom (32), Peter Nilsson (13), Christian Seidel (6), Louise Forell (2), Car Fritzell, Marten Lilja, Jesper Persson, Oskar Clementz (n.e.), Sanna Klindt (n.e.), Erik Nylander (n.e.).

Deutschland: Kai Möller (22, Hannover United/Team BEB), Jens-Eike Albrecht (16, Oettinger RSB Team Thüringen), Thomas Böhme (12, RSV Lahn-Dill), Leon-Ole Schöneberg (11, SGK Heidelberg), Laura Fürst (1, USC München), Jan Sadler (Hannover United/Team BEB), Thomas Wiest (1.FC Kaiserslautern Rolling Devils), Christopher Huber (n.e., RSC Frankfurt), Dennis McInnes (n.e., USC München), Philipp Schorp (n.e., RSKV Tübingen), Tobias Schreiner (n.e., RSKV Tübingen), Dominik Zielke (n.e., Köln 99ers).

Ergebnisse

Finale: Schweden – Deutschland 53:62
Spiel um Platz 3: Großbritannien – Türkei: 46:56
Spiel um Platz 5: Italien – Frankreich: 72:52
Spiel um Platz 7: Niederlande – Spanien: 37:32

(aj)

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