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Deutsche Para-Radsportler trumpfen bei der WM in Südafrika groß auf

An den vier Wettkampftagen gab es für den DBS 20 Medaillen. Vor allen für Paralympics-Siegerin Christiane Reppe war es ein unvergessliches Erlebnis. Positiv wie negativ.

Christiane Reppe und Papa (Foto: Privat/Facebook)

Christiane Reppe und Papa (Foto: Privat/Facebook)

Diese WM wird Christiane Reppe nach eigener Aussage nie vergessen. Denn die Paralympics-Siegerin von Rio durchlebte vor und während der Para-Rad-WM im südafrikanischen Pietermaritzburg die komplette Gefühlspalette. „Diese WM werde ich als eine einzigartige Erfahrung mit allen Höhen und Tiefen in Erinnerung behalten und natürlich als die erfolgreichste meines Lebens“, sagte die Handbikerin aus Dresden nach ihrem Gold-Double im Zeitfahren und dem Straßenrennen.

Dass der überhaupt möglich wurde, war so vor einer Woche nicht abzusehen. Nach einer Meldepanne des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) war sie zunächst nur als Zuschauerin ohne Sportgerät nach Südafrika gereist. Erst nach den Bemühungen des Bundes Deutscher Radfahrer und des DBS erhielt sie doch noch die Starterlaubnis. Ihr Vater Hans-Jürgen Reppe reiste mit dem Handbike nach und ermöglichte so den Doppel-Erfolg seiner Tochter. „Nach dem Trubel in der letzten Woche habe ich daran nicht mehr geglaubt“, sagte die 30-Jährige, der als Fünfjähriger wegen eines bösartigen Tumors das rechte Bein amputiert worden war.

Zwei weitere Doppel-Weltmeister

Neben ihr krönten sich auch die querschnittsgelähmte mehrmalige Paralympics-Siegerin Andrea Eskau im Handbike und Dreiradfahrer Hans-Peter Durst zu Doppel-Weltmeistern.

Am Sonntag sicherten sich zum Abschluss der Welttitelkämpfe zudem noch Kerstin Brachtendorf, Pierre Senska und überraschend Tobias Vetter Gold auf der Straße. Silber gab es für Steffen Warias und Denise Schindler sowie Bronze für Zeitfahr-Weltmeister Michael Teuber und Eskau, Bernd Jeffre und Mariusz Frankowski im Teamwettewerb.

Der mehrmalige Paralympics-Sieger Teuber hatte bei seiner elften WM zuvor seinen insgesamt 19. Weltmeister-Titel geholt. Damit fliegt das deutsche Team mit der tollen Ausbeute von 20 Medaillen (10 Gold, 4 Silber, 6 Bronze) nach Hause.

(dpa)

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