Deutsches Tischtennisteam holt 8 Medaillen in Slowenien

Rau und Urban brillieren gegen Weltelite. Schmidberger erneut mit Doppel-Gold.

Thomas Rau gehörte zu den positiven Überraschungen im deutschen Team (Foto: Doesseler)

Thomas Rau gehörte zu den positiven Überraschungen im deutschen Team (Foto: Doesseler)

Mit 18 Startern war Bundestrainer Volker Ziegler in der vergangenen Woche ins slowenische Lasko zu den 12. Slovenian Open gereist – am Sonntagabend kehrte der DBS-Tross mit acht Medaillen im Gepäck nach Deutschland zurück. Fünf davon glänzten in Gold, eine in Silber und zwei in Bronze. Besonders positiv überraschten Thomas Rau, der Silber im Einzel der Wettkampfklasse 6 gewann, und Johannes Urban, der mit Bronze in der WK 8 ein Ausrufungszeichen setzte.

Rau trumpfte in dem hochklassig besetzten Starterfeld der WK 6 groß auf. Zwar unterlag er in der Gruppenphase dem neu in die Wettkampfklasse klassifizierten Briten Paul Karabarkak mit 0:3, sicherte sich aber souverän den zweiten Gruppenplatz und zog ins Achtelfinale ein.

Dort gewann er zunächst gegen den Israeli Danny Bobrov mit 3:1, bevor seine Sternstunde schlug: Im Viertelfinale siegte der Norddeutsche gegen den amtierenden Weltmeister und die Nummer Eins der Weltrangliste Alvaro Valera (ESP) mit 3:0. Nach diesem großen Sieg schlug Rau auch den Italiener Raimondo Alecci im Halbfinale in vier Sätzen und stand im Finale wieder seinem Gruppengegner Karabardak gegenüber, gegen den er erneut den Kürzeren zog. Doch die Nummer 14 des Welt-Rankings darf mit dieser Silbermedaille mehr als zufrieden sein.

Urban mit einem seiner besten internationalen Auftritte

Auch Johannes Urban spielte in der Wettkampfklasse 8 groß auf: In der Gruppenphase klaute der an Position 29 notierte Deutsche dem Weltranglistenersten Victor Didukh einen Satz und sicherte sich mit einem Sieg über Ian Kent (CAN) das Weiterkommen. Im Achtelfinale traf er auf die Nummer 4 der Welt-Rangliste, Emil Andersson (SWE), den er in einem tollen Spiel im Entscheidungssatz bezwingen konnte.

Anschließend beherrschte er den Briten McKibbin im Viertelfinale klar mit 3:0 und sicherte sich so die Bronzemedaille. Im Halbfinale musste er zwar Thomas Bouvais (FRA) gratulieren, doch das war nur ein kleiner Wermutstropfen bei einem von Urbans besten internationalen Auftritten seiner bisherigen Karriere.

Schmidberger absolut souverän

Doppel-Gold holte erneut Thomas Schmidberger. Seine Wettkampfklasse 3 war mit 36 Startern eine der bestbesetzten Klassen in Lasko – doch Schmidberger sicherte sich den Sieg ohne Satzverlust. Im Achtelfinale bezwang er den Franzosen Martin, im Viertelfinale den Russen Toprokov und im Halbfinale blieb die Weste gegen den Argentinier Copola ebenfalls weiß.

Im Finale traf Schmidberger auf Vasyl Petruniv aus der Ukraine, doch auch dieser konnte dem Deutschen keinen Satz abnehmen. Im Teamwettbewerb mit Jan Gürtler, der im Einzel im Viertelfinale gescheitert war, sah es bis zum Halbfinale ähnlich souverän aus, bis die jordanisch/rumänische Kombination den Deutschen dann ein Fünfspielmatch abverlangte. Im Finale gegen die Ukraine setzten sich Schmidberger/Gürtler schließlich mit 3:1 durch.

Der Teamwettbewerb wurde nach Protesten übrigens doch nicht wie ursprünglich aufgrund der hohen Teilnehmerzahl von über 400 Starter(inne)n geplant im neuen Modus bis zwei Gewinnpunkte gespielt – dafür wurde sofort im K.O.-Modus gespielt.

Grebe und Mikolaschek ebenfalls erfolgreich

Für Stephanie Grebe wurden die 12. Slovenian Open ebenfalls zu einem sehr erfolgreichen Turnier: Die Spielerin der WK6 setzte sich in ihrer Gruppe mit klaren Siegen gegen die Amerikanerin Umscheid und die als Gruppenkopf gesetzte Ukrainerin Klymenko sowie einer knappen Niederlage gegen die unbekannte Koreanerin Lee als Gruppenerste durch. Im Viertelfinale triumphierte sie in fünf Sätzen gegen die zweite Ukrainerin, Khodzynskaya und zog so ins Halbfinale ein.

Dort traf sie auf die Weltranglistenerste und spätere Siegerin, Sandra Paovic, der sie sich schließlich geschlagen geben musste. Im Teamwettbewerb der WK 6-7 trat Grebe zusammen mit der Türkin Kübra Ocsoy aus der WK7 an und startete eine Siegesserie. Nach einem Freilos im Achtelfinale traf das deutsch/türkische Duo im Viertelfinale auf die brasilianisch/amerikanische Paarung, Cordeiro Vieira/Umscheid und gewann mit 3:0. Anschließend schalteten sie im Halbfinale das ägyptische Team Hammad/Mahmoud mit einem umkämpften 3:2 Sieg aus, um sich anschließend gegen das Team UKR 2 mit 3:1 den Titel zu sichern.

Auch die zweite weibliche Starterin, Sandra Mikolaschek, trumpfte im Teamwettbewerb an der Seite ihrer schwedischen Partnerin Ingela Lundbäck auf, nachdem sie sich im Einzel-Viertelfinale der Koreanerin Kang mit 1:3 geschlagen geben musste. Im Team der WK 5 holten Mikolaschek/Lundbäck sich jedoch klar die Goldmedaille: In der Fünfergruppe gewannen sie gegen die Paarungen aus Korea, Hongkong/Japan und Mexiko jeweils mit 3:0 und gaben nur gegen die favorisierten Jordanierinnen ein Spiel ab.

Ziegler will noch mehr Kondition

Die fünfte deutsche Goldmedaille erspielte die Mannschaft der WK 5, Valentin Baus und Selcuk Cetin. Sie setzten sich nach einem Freilos im Viertelfinale gegen ihren Nationalmannschaftskollegen Jörg Didion und dessen kroatischen Partner mit 3:1 durch und schlugen im Halbfinale ebenfalls in vier Spielen die indonesische Paarung. Das Endspiel gegen Korea entwickelte sich zu einem echten Thriller, doch am Ende hatten die beiden Deutschen mit 3:2 die Nase vorn.

Bundestrainer Volker Zieglers Bilanz fiel dementsprechend sehr positiv aus: „Nach einem intensiven Lehrgang in Düsseldorf bis drei Tage vor Beginn der Slovenian Open waren im Einzel noch nicht alle Athleten vollständig regeneriert. Hier müssen wir im Hinblick auf die langen Top-Events, die EM im Oktober und die Spiele in Rio, verstärkt im athletischen Bereich arbeiten. Im Teamwettbewerb waren dann alle wieder voll auf der Höhe Ihrer Leistungsfähigkeit. Die vier Finalteilnahmen im Team – alle vier siegreich – unterstreichen dies. Diese vier Goldmedaillen am Finaltag rundeten ein sehr gelungenes Weltranglistenturnier ab. Jetzt gilt es, diesen Schwung mit in die beiden weiteren Turniere im Mai, Bratislava und Bayreuth, zu nehmen, um im Rennen um die Paralympics-Plätze eine gute Ausgangsposition zu haben.“

Die deutschen Medaillen im Überblick

Gold
Einzel: Thomas Schmidberger (WK 3)
Team: Schmidberger/Gürtler (WK3), Grebe/Ocsoy TUR (WK6-7), Baus/Cetin (WK5), Mikolaschek/Lundbäck SWE (WK5)

Silber
Einzel: Thomas Rau (WK6)

Bronze
Einzel: Stephanie Grebe (WK6), Johannes Urban (WK8)

(PM)

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