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Deutschland reicht ihm nicht mehr: Raul Krauthausen ist nun ein internationaler Sozialheld

Christoffel-Blindenmission legt Jahresbilanz vor: Mehr Spenden, aber weniger Erträge.

Hamza (2) war mit acht Monaten an Meningitis erkrankt. Er wurde damals nicht ausreichend behandelt, deshalb lebt er mit einer Sehbehinderung. Außerdem konnte er nicht laufen, sitzen oder etwas in den Händen halten. Im CBM-geförderten Rehabilitationszentrum CCBRT wurde er operiert und lernte selbstständig zu essen, sitzen und zu laufen.  (Foto: CBM/Hartung)

Hamza (2) war mit acht Monaten an Meningitis erkrankt. Er wurde damals nicht ausreichend behandelt, deshalb lebt er mit einer Sehbehinderung. Außerdem konnte er nicht laufen, sitzen oder etwas in den Händen halten. Im CBM-geförderten Rehabilitationszentrum CCBRT wurde er operiert und lernte selbstständig zu essen, sitzen und zu laufen. (Foto: CBM/Hartung)

Über 31 Millionen Menschen hat die Christoffel-Blindenmission (CBM) im vergangenen Jahr weltweit unterstützt. Das berichtete Dr. Rainer Brockhaus, CBM-Direktor für Kommunikation und Fundraising, am Dienstag bei der Präsentation der Jahresbilanz im südhessischen Bensheim.

„Das ist auf den ersten Blick weniger als im Vorjahr, dafür wurden zusätzliche 10 Millionen Behandlungen gegen sogenannte vernachlässigte Tropenkrankheiten ermöglicht,“ sagte Brockhaus.

An diesen Krankheiten seien weltweit bereits rund 1 Milliarde Menschen erkrankt. Sie treffen die Ärmsten der Armen und würden in den Gesundheitsprogrammen der Länder weitgehend vernachlässigt. Fünf der insgesamt 17 Krankheiten seien für 90 Prozent der Erkrankungen verantwortlich. CBM behandelt bereits seit Jahren Trachom und Flussblindheit, zwei der Top 5. Die Arbeit wurde auf die Behandlung von Wurmerkrankungen, Schneckenfieber und Elefantiasis ausgeweitet.

„Wo bislang nur Augenkranke behandelt wurden, werden jetzt auch Medikamente gegen Parasiten und Bakterien ausgegeben“, so Brockhaus weiter. Diese Krankheiten führen unbehandelt zu dauerhaften Behinderungen, die durch die vorbeugende Behandlung verhindert werden können.

Auf dem Spendenmarkt behauptet – Gesamtertrag geringer

Die CBM steigerte 2012 ihre Spenden um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Insgesamt hat sich in diesem Zeitraum in Deutschland das Spendenvolumen um 2,4 Prozent verringert. „Dass wir uns gegen den Trend behaupten konnten, zeigt das große Vertrauen der Spenderinnen und Spender in unsere Arbeit. Ohne sie können wir nichts erreichen!“, sagte Dr. Peter Schießl, CBM-Direktor für Verwaltung und Finanzen.

Die Gesamterträge der CBM sind im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent auf 60,2 Millionen Euro (2011: 62,1 Mio. Euro) gesunken. Als Gründe nannte Schießl geringere Einnahmen aus Erbschaften und im Kofinanzierungsbereich. Das sind zum Beispiel gemeinsam mit der EU finanzierte Projekte.

Auch Krauthausen ist jetzt dabei

Raul Krauthausen (Foto: Sozialhelden e.V., Berlin)

Raul Krauthausen (Foto: Sozialhelden e.V., Berlin)

Bei der aktuelle CBM-Kampagne „Stopp den Kreislauf von Armut und Behinderung“ mischt nun auch der Berliner Aktivist Raul Krauthausen (Sozialhelden) mit. „Wer Menschen mit Behinderungen ausgrenzt, kann nicht auf Erfolg hoffen, weder bei der Armutsbekämpfung noch bei der Bildung. Wir machen immerhin ein Siebtel der Weltbevölkerung aus!“, sagte Krauthausen.

Ziel der Aktion ist es, dass sich die Bundesregierung bei der UN-Vollversammlung im September in New York für die Rechte von Menschen mit Behinderung in Entwicklungsländern einsetzt.

(PM)

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