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Deutschlands erste TV-Moderatorin mit sichtbarer Behinderung verabschiedet sich

Schade: Bettina Eistel präsentiert zum letzten Mal die ZDF-Sendung „Menschen – das Magazin“

Verabschiedet sich als TV-Moderatorin: Bettina Eistel (Foto: ZDF)

Verabschiedet sich als TV-Moderatorin: Bettina Eistel (Foto: ZDF)

„Für mich waren die letzten neun Jahre eine Bereicherung – so viele interessante Menschen und Lebensgeschichten, die ich kennen gelernt habe“, lautet die Bilanz von ZDF-Moderatorin Bettina Eistel, die am Samstag, 26. Juli 2014, 17.45 Uhr, zum letzten Mal „Menschen – das Magazin“ im ZDF präsentiert. Das Thema der Sendung: „Begegnungen“. Kitesurf-Weltmeisterin Kristin Boese trifft nach Jahren ihren Freund Nicolas Lanquetin wieder, der seit einem Unfall querschnittsgelähmt ist.

Als Eistel die Sendung übernahm, war sie die erste Moderatorin mit einer sichtbaren Behinderung.. „Mit ihrer offenen und sympathischen Art kann sie Zuschauer auch für schwierige Themen gewinnen“, so Peter Arens, Leiter der Hauptredaktion Kultur, Geschichte und Wissenschaft im ZDF.

Bettina Eistel wurde 2004 durch ihre Erfolge als Dressurreiterin bei den Paralympics in Athen einer größeren Öffentlichkeit bekannt, als sie mit den Zügeln im Mund Medaillen errang. 2005 wurde Bettina Eistel Reporterin bei „Menschen – das Magazin“, seit Juli 2007 moderiert sie die Sendung und präsentiert wöchentlich samstags, 17.45 Uhr, Beiträge über den Alltag von behinderten und sozial benachteiligten Menschen sowie über die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

Sandra Olbrich übernimmt

„Für mich war es eine große Ehre, für so viele Zuschauer Samstagnachmittag eine feste ‚Institution‘ im ZDF-Programm geworden zu sein“, sagt Bettina Eistel. „Meiner Nachfolgerin wünsche ich viel Erfolg und genauso viel Spaß bei der Sache, wie ich ihn gehabt habe!“ Künftig wird Bettina Eistel neben ihrer Tätigkeit als Psychologin ihren kreativen Interessen wie Malen und Schreiben den Vortritt geben, nach dem Motto „Immer schön farbig bleiben!“

Die ebenfalls behinderte Hamburger Journalistin Sandra Olbrich (Skoliose und Gehbehinderung, seit einigen Jahren an Krücken unterwegs), Italien- und Johann-Sebastian-Bach-Fan, wird vom 6. September 2014 an die Moderation übernehmen. „Für mich war es ganz schwer, zu sagen: Ich bin behindert, ich habe einen Schwerbehindertenausweis. Dieses Wort, ,behindert’, hat so einen Geschmack”, sagte Olbrich einmal in einem Interview. Würde sie eine Million Euro im Lotto gewinnen, würde sie „eine soziale Feuerwehr für behinderte Mütter in Notsituationen gründen, um unabhängig von der Behördenwillkür zu sein.“

Am Freitag, 8. August 2014, 11.30 Uhr, zeigt 3sat in der Reihe „Besonders normal“ die Dokumentation von Ramona Sirch „Ich bin anders funktional – Bettina Eistel: Meine Füße sind meine Hände“.

(RP/PM)

Interview mit Sandra Olbrich

 

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4 Kommentare

  • Daniel Horneber

    eine Moderatorin mit Behinderung die Probleme mit dem Wort behindert hat die ein Magazin für Behinderte Menschen moderiert ach du scheisse da ist mir ja eine Nichtbehinderte Moderatorin fast lieber….

    23. Juli 2014 at 20:57
  • Lilli Halmaj

    Schade, ich mochte und bewunderte sie.

    24. Juli 2014 at 13:13
  • Karin Lierz

    schade, ich finde sie sehr kompetent und sympathisch.

    24. Juli 2014 at 16:24
  • Karin Knoll

    Schade, liebe Bettina.
    Sie haben diese Sendung mit so viel Überzeugung, aber völlig „mitleidlos“ kommentiert, so dass Ihr Nachfoger/Ihre Nachfolgerin es schwer haben wird.
    Der Ausschnitt aus unserer Doku „Schade, dass wir was besonderes sind“ eingeleitet mit Ihren Worten war einfach nur gut:
    http://www.youtube.com/watch?v=vo9zfNxu8pQ
    Danke dafür und alles Gute für Sie,
    Karin

    27. Juli 2014 at 01:25

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