Deutschlands Sitzvolleyballer lösen Paralympics-Ticket

Europameisterschaft: Nach Fünfsatz-Krimi ins Finale – und nach Rio.

Mit brasilianischer Fahne: Das deutsche Team feierte ausgelassen auf dem Spielfeld.

Mit brasilianischer Fahne: Das deutsche Team feierte ausgelassen auf dem Spielfeld. (Foto: Ralf Kuckuck/DBS-Akademie)

Noch vor genau zwei Jahren hatte der deutsche Nationaltrainer Rudi Sonnenbichler angesichts der starken Konkurrenz aus Russland und Bosnien-Herzegowina Alarm geschlagen: Die Spieler, die Vereine und der Verband müssten Gas geben, wollten sie nicht den internationalen Anschluss verlieren.

Ein Weckruf, der offensichtlich erfolgreich war. Einem Krimi am Dienstag folgten Riesenjubel und Freudentränen: Deutschlands Sitzvolleyballer haben bei der Europameisterschaft in Warendorf (Nordrhein-Westfalen) nach einem dramatischen Fünf-Satz-Match (18:25, 26:24, 23:25, 25:21, 15:13) und einem hart umkämpften 3:2-Sieg gegen Russland das Endspiel erreicht. Die Mannschaft von Sonnenbichler qualifizierte sich dadurch gleichzeitig direkt für die Paralympics 2016 in Rio de Janeiro.

Im Finale trifft Deutschland am morgigen Mittwoch (15.30 Uhr) auf Bosnien-Herzegowina. Der Top-Favorit setzte sich wie erwartet mit 3:0 gegen die Ukraine durch, das Rio-Ticket hatte er sich allerdings als Weltmeister schon zuvor gesichert.

Veranstaltet wird die EM vom Deutschen Behindertensportverband mit Unterstützung der Bundeswehr. Schirmherrin der Europameisterschaften ist Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin der Verteidigung.

Kader Deutschland
Alex Schiffler (BV Leipzig e.V.), Martin Vogel (TG Nürtingen), Stefan Schu (TSV Bayer 04 Leverkusen), Stefan Hähnlein (TSV Bayer 04 Leverkusen), Dominik Albrecht (TSV Bayer 04 Leverkusen), Heiko Wiesenthal (BSG Emmlshausen), Jürgen Schrapp (TSV Bayer 04 Leverkusen), Christoph Herzog (BV Leipzig e.V.), Barbaros Sayilir (BSG Emmelshausen), Mathis Tigler (TSV Bayer 04 Leverkusen), Lukas Schiwy (TSV Bayer 04 Leverkusen), Torben Schiewe (BS Celle).

Update: Deutschland verlor gegen Bosnien-Herzegowina mit 0:3 (22:25, 19:25,23:25). Zwar wehrte das deutsche Team acht Matchbälle ab, am Ende setzte sich der Favorit aber durch.

(RP)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN