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DFB-Stiftung unterstützt paralympische Nachwuchsathleten mit 400.000 Euro

Manuela Schmermund, Paralympics-Siegerin im Sportschießen, ist Ansprechpartnerin.

Manuela Schmermund (Foto: privat/manuela-schmermund.de)

Manuela Schmermund (Foto: privat/manuela-schmermund.de)

Die Egidius-Braun-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) baut ihre Unterstützung für die paralympische Nachwuchsförderung der Deutschen Sporthilfe weiter aus. Bis zu den Paralympics 2016 in Rio stehen dafür 400.000 Euro zur Verfügung. Dies gab die Stiftung am Donnerstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Deutschen Behinderten-Sportverband (DBS) und der Deutschen Sporthile (DSH) in Düsseldorf bekannt.

So viel Geld gibt es

Von diesem Jahr an bis zu den nächsten Sommer-Paralympics 2016 in Rio de Janeiro/Brasilien werden jährlich bis zu 100.000 Euro – also insgesamt 400.000 Euro – für Sportlerinnen und Sportler mit Behinderung zur Verfügung gestellt, die eine berechtigte Hoffnung haben, bei den nächsten Paralympics dabei zu sein und für Deutschland einen der vorderen Plätze zu belegen.

Insgesamt fördert die DFB-Stiftung Egidius Braun künftig maximal 25 Sportlerinnen und Sportler mit Handicap. Diese erhalten 2000 Euro pro Jahr und zusätzlich bis zu 2000 Euro bei Nachweis der Notwendigkeit weiterer Maßnahmen (Ausrüstung, Trainingslager, Reisekosten, Teilnahme an internationalen Wettkämpfen, die zum Paralympics-Start qualifizieren etc.).

Stiftungsgeschäftsführer Wolfgang Watzke sagt: „Seit Errichtung unserer Stiftung im Jahr 2001 sind wir der Deutschen Sporthilfe verbunden und unterstützen solidarisch die Förderung von Sportlerinnen und Sportlern anderer Sportarten. Seit vier Jahren fokussieren wir uns dabei auf Athletinnen und Athleten mit Behinderungen. Wir sind stolz auf unsere ,Patenkinder‘ und versuchen, ihnen auch über die rein finanzielle Unterstützung hinaus als Partner zur Seite zu stehen.“

Paralympics-Siegerin Schmermund hilft

Die Nachwuchssportlerinnen und -sportler finden dazu in der DFB-Stiftung Egidius Braun mit der mehrfachen Paralympics-Siegerin im Sportschießen, Manuela Schmermund (Mengshausen), eine direkte und erfahrene Ansprechpartnerin. „Damit entscheidet zum ersten Mal überhaupt eine behinderte Athletin mit, wenn es um die direkte Förderung von Sportlerinnen und Sportlern mit Beeinträchtigungen geht. So verstehen wir strukturelle Inklusion“, so Watzke.

Nach der letzten Sitzung des Gutachter-Ausschusses der Deutschen Sporthilfe vergangene Woche sind aktuell 24 Plätze vergeben. Vorgeschlagen werden die Sportlerinnen und Sportler durch den Deutschen Behindertensportverband (DBS).

Präsident Friedhelm Julius Beucher betonte: „Wir haben 650.000 Mitglieder. Zu den Paralympics in London haben wir 151 Teilnehmer geschickt, für Sotschi rechnen wir mit 49. Auch bei Menschen mit Behinderungen kostet Leistungssport Geld. Deshalb sind wir der DFB-Stiftung Egidius Braun für die direkte Unterstützung sehr dankbar. Aber die jetzt Bedachten müssen wissen, dass die Zugehörigkeit zur zusätzlich geförderten Nachwuchselite kein Freifahrtschein für die Teilnahme an den nächsten Paralympics ist, sondern ein Vertrauensvorschuss in Energie und Leistungswillen.“

Schwimmerin Schnittger: Große Nachwuchshoffnung

Gefördert: Maike Naomi Schnittger (Foto: Schwimmverband OWL)

Gefördert: Maike Naomi Schnittger (Foto: Schwimmverband OWL)

Eine, die in den Genuss der Förderung kommt, ist Schwimmerin Maike Naomi Schnittger. Für die 19-jährige frisch gebackene Abiturientin ist die Förderung elementar. „Ohne würde es gar nicht gehen. Ich trainiere zweimal täglich, und zwischen Schule und Schwimmbecken passt kein Job mehr“, so die amtierende Europa- und Weltmeisterin ihrer Disziplin.

Neun Jahre ist es her, dass die aus dem niedersächsischen Preußisch Oldendorf stammende Schwimmerin in kürzester Zeit mehr als die Hälfte ihres Sehvermögens verloren hat. Diagnose: Zapfendystrophie, eine genetisch bedingte Krankheit. Innerhalb weniger Wochen konnte sie kaum noch die Tafel in der Schule erkennen, heute sieht sie mit einem Prozent Sehkraft alles nur noch schemenhaft.

Schwimmen ist ein großer Teil ihres Lebens, und mit der Teilnahme an den Paralympischen Spielen 2012 in London hat sie sich bereits einen Traum erfüllt, obwohl eine Blinddarmoperation kurz vorher noch fast die Olympia-Teilnahme gekostet hätte. „Der Wille war stärker als die Schmerzen“, erklärte die Neu-Potsdamerin.

(DFB)

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