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DGB fordert Ausweitung des Arbeitsschutzes auf psychische Krankheiten

Drastische Zunahme an Fällen. Auch Arbeitgeber erkennen das Problem.

Immer mehr Arbeitnehmer erkranken psychisch (Foto: CFalk/pixelio.de)

Immer mehr Arbeitnehmer erkranken psychisch (Foto: CFalk/pixelio.de)

Wegen der wachsenden Zahl von Menschen, die mit psychischen Problemen früh aus dem Arbeitsleben ausscheiden, fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund mehr Arbeitsschutz. „Wir fordern die Bundesregierung auf, das Arbeitsschutzgesetz durch eine Anti-Stress-Verordnung zu präzisieren“, sagte der DGB-Sozialpolitikexperte Ingo Nürnberger der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Das Erkennen und der Schutz von Gesundheitsrisiken müsse sich auch stärker auf psychische Faktoren beziehen. Das gelte auch für die Dauer der Arbeitszeit. Beschäftigte arbeiteten mittlerweile viel häufiger auch außerhalb des Betriebs. Das berge auch Risiken.

Psychische Erkrankungen nehmen rapide zu

Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund wurde 2013 mehr als 66.000 Arbeitnehmern eine Erwerbsminderungsrente wegen psychischer Erkrankungen gewährt – über 19.000 Mal mehr als acht Jahre zuvor.

Der Arbeitswissenschaft-Experte der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Norbert Breutmann, sagte der dpa: „Heute werden diese Erkrankungen viel zu oft chronisch.“ Viele Betroffene seien auf sich allein gestellt, wenn sie Hilfe suchen.“ Die Versorgung müsse verbessert werden. „Es gibt zu wenig psychotherapeutische Therapieplätze.“

(dpa)

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3 Kommentare

  • Gabi

    Die betroffenen FÜHLEN sich nicht allein gelassen, sie SIND es. Wartezeiten bei ambulanten Therapeuten, Tageskliniken oder Psychiatern von 3-6 Monaten. Und wehe man hat was „exotisches“ wie ein Trauma zu bearbeiten…da kann man auch mal 12 Monate auf einen Platz warten.
    Das ist in Deutschland wirklich skandalös. Es werden Knie und Hüften getauscht, obwohl es medizinisch nicht nötig wäre, aber wenn man psychische Probleme hat kann man eeeewig warten. Ist ja nicht dringend, das bisschen Depression, Ängste usw.

    8. August 2014 at 12:01
  • Hildegard P.

    Eine Anti Stress Verordnung dürfte leider nicht genügen.
    Vielmehr sollte man überlegen ob man nicht gleich
    die Wurzel des Problems benennt und versucht dieses zu
    beseitigen.
    Viele Menschen würden höchstwahrscheinlich gar nicht
    krank, wenn die ganze Arbeitsmarkpolitik auf stressverursachende Mittel wie zum Beispiel prekäre
    Beschäftigung ,Hartz 4, 1 Euro Jobs, Lohndumping
    dauerbefristete Beschäftigungsverhältnisse verzichten
    würde.
    Denn dies ist meiner Meinung nach,die Hauptursache
    von psychischen Erkrankungen im Berufsleben.
    Liebe Arbeitgeber, denkt doch mal darüber nach,
    das wir, eure Arbeiter und Angestellten euer grösstes
    Kapital darstellen ! Und behandelt uns und unsere
    Arbeitsleistung wieder mit dem Respekt der Jedem ! Menschen zusteht.

    8. August 2014 at 18:43

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