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DGB-Untersuchung: Firmen kaufen sich von Schwerbehinderten frei

61 Prozent der beschäftigungspflichtigen deutschen Arbeitgeber zahlen lieber eine Abgabe, als einen von uns einzustellen.

Viele Firmen drücken lieber Kohle ab als Schwerbehinderte einzustellen (Foto: Thorben Wengert /pixelio.de)

Nie war die Beschäftigung in der Bundesrepublik höher als in den vergangenen zwei Jahren, und Fachkräfte werden dringend gebraucht. Aber statt Schwerbehinderte zu beschäftigen, zahlen viele Firmen weiterhin lieber eine Abgabe. So befreiten sich auf diese Weise 61 Prozent der beschäftigungspflichtigen deutschen Arbeitgeber von der Beschäftigungspflicht für Schwerbehinderte. Dies geht aus einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor, wie „Spiegel Online“ heute berichtet.

In fast einem Drittel der Betriebe gab es danach entweder gar keine oder nur weniger als ein Prozent schwerbehinderte Beschäftigte. „Zu viele Unternehmen gehen immer noch davon aus, dass Behinderte weniger leisten können als andere“, sagte DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy dem Magazin.

Behinderte sind Verlierer des Arbeitsmarktes

Hierzulande müssen Unternehmen mit 20 Beschäftigten und mehr fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzen. Geschieht dies nicht, wird eine Ausgleichsabgabe von bis zu 290 Euro pro Monat für jede nicht besetzte Pflichtstelle fällig.

Aus der DGB-Studie geht hervor, dass Schwerbehinderte die Verlierer auf dem Arbeitsmarkt sind. Während die Gesamtzahl der Arbeitslosen 2011 im Vergleich zum Vorjahr um rund acht Prozent auf 2,97 Millionen zurückging, stieg sie bei Schwerbehinderten im Jahresschnitt um fast drei Prozent auf gut 180.000. Zuletzt entspannte sich die Situation leicht: Im Oktober 2012 waren 173.000 Schwerbehinderte arbeitslos, darunter meist Ältere.

„Die Bundesregierung hat erfolgreiche arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für behinderte Menschen fast weggespart“, sagte Ulla Schmidt, die Vorsitzende der Lebenshilfe und frühere Bundesgesundheitsministerin, „Spiegel Online“. „Damit schwinden die Chancen auf eine angemessene berufliche Qualifizierung und Beschäftigung gerade für den Personenkreis, der eigentlich besonders im Fokus der Arbeitsmarktpolitik stehen müsste.“

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(dpa/RP)

Vielen Dank an ROLLINGPLANET-Userin Ulrike, die uns auf dieses Thema aufmerksam gemacht hat.

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